Und als Lulu trotzte, "das sag ich nicht", ohrfeigte sie sie.

"Das ist gemein", fuhr Lulu auf.

"Was ist gemein?" Die Mutter rückte ihr fast auf den Leib. "Was ist gemein? Du, Du!"

Ein tiefes Erblassen, ein röchelndes Nachatemringen, ein unsicheres Umhertasten mit den Händen, und schwer sank Lulu an dem neben ihr stehenden Stuhl hin zu Boden.

Erschrocken sprang die Mutter zu. "Lulu! Kind!"

Sie riß die Thür auf und rief nach Minna und nach Wasser.

Das Mädchen brachte das Verlangte erstaunt.

"Is Fräulein krank?" fragte sie und half der Mutter, die Ohnmächtige auf den kleinen Lederdivan betten.

"Se is man beten flau", war die Antwort. "Lat man dat Füer nich utgahn, hörst Du?"

Und Minna sah nach dem Herdfeuer, während Frau Behn der sich erholenden
Lulu sanft über Stirn und Scheitel strich.