"Deern, Deern", sagte sie vorwurfsvoll, aber mit weichem, warmem
Herzenston. "Wat'n Sak, wat'n Sak."

Seit dieser Stunde waren Mutter und Tochter ausgesöhnt, hatten sich wieder gefunden.

XXII.

Die Verlobungsfeierlichkeit hatte Therese sehr angegriffen. Nach kurzem, unruhigem Schlaf war sie mit heftigem Husten und leichtem Schüttelfrost erwacht.

Frau Caroline war sehr besorgt.

Therese wollte durchaus aufstehen, da die Tante sonst den Tag über allein im Geschäft sein würde, denn das neue Fräulein sollte erst am andern Tage zugehen. Aber die Tante litt nicht, daß Therese das Bett verließ. Wenigstens wollte sie vorher mit dem Arzt sprechen.

Ein Kind aus der Nachbarschaft übernahm gern, für zwanzig Pfennig Botenlohn, diesen zu holen. Er kam und konstatierte eine Lungenentzündung. Therese müsse unter allen Umständen im Bett bleiben. Warum man nicht schon früher geschickt hätte. Auch dürfe die Kranke auf keinen Fall in dem dunklen feuchten Hinterzimmer bleiben. Er nahm die übrigen Räume in Augenschein und ordnete die Umbettung ins beste Zimmer an.

Frau Caroline war untröstlich und quälte Therese mit lautem Lamentieren.

Die gutmütige Frau scheute kein Opfer, aber es war ihre Art, alle Dinge zu vergrößern und über kleine Unbequemlichkeiten tagelang zu jammern.

"Was fang ich an. Wie sollen wir die Möbel umsetzen? Ich kann das nicht.
Ich kann den schweren Schrank nicht tragen."