Welch ein Vermögen, tausend Mark! Behn hatte sie ihr bar auf den Tisch gezählt, zehn Hundert Markscheine.

So ausgesteuert, konnte sie, ihrer Meinung nach, ganz andere Freier bekommen, als Wilhelm war.

Dieser war froh, daß alles sich so gut arrangierte. Sollte er denn durchaus heiraten, so war ihm Lulu natürlich lieber, als Anna.

Lulu erfuhr durch ihre Mutter, daß Beuthien sie heiraten werde.

"Vadder hätt sik vel Möh geben", setzte die einfältige Frau hinzu.
"Dusend Mark hätt em dat kost't. Du kannst em nich dankbar nog sin."

"Für Geld?" rief Lulu.

"Ne, so nich. Du versteihst mi falsch, Kind", beruhigte die Mutter sie. Und dann erzählte sie, nach ihrer Meinung sehr schonend, die Geschichte mit Anna.

Lulu hatte nichts darauf erwidert und war sehr nachdenklich geworden.

Also Anna hätte sie es eigentlich zu verdanken, wenn sie vor Schande bewahrt blieb. Und das Mädchen wußte natürlich nun alles, empfand Schadenfreude, sah sie als ihresgleichen an.

Aber alle diese Gedanken kamen ihr nur so nebenher. Alles erdrückte die Gewißheit, daß Beuthien sie hintergangen, es schon mit der andern gehalten hatte, als er sie ins Unglück riß.