Mochte Beuthien doch das Mädchen heiraten. Sie, Lulu, wollte lieber aus dem Hause gehen, weit fort, arbeiten, für sich, für das Kind, oder sterben.
Es war das erste Mal, daß der Gedanke an den Tod ihr kam.
Sie hing ihm nach, malte sich es aus, den Schrecken der Familie, die
Reue Beuthiens, das Mitleid der Nachbarn.
Natürlich, so lange wird man beklatscht, begeifert, gesteinigt, aber nachher, hat man es nicht mehr ertragen können, dann weinen sie ihre Heuchelthränen.
Wie ekelhaft ihr die Menschen waren. Nein, nicht leben mehr. Ein Sprung in die Alster, und alles ist gut.
Der Kopf war ihr so schwer, und die Augen schmerzten ihr vom Weinen.
Sie kühlte sich am Waschtisch Augen und Stirn.
Bei dem Blinken des Wassers mußte sie immer an die Alster denken.
Ein Sprung in die Alster.
Sie hatte einmal einen Ertrunkenen auffischen sehen. Das Bild trat ihr vor Augen. Sie schüttelte sich vor Grausen und atmete wie befreit auf. Wer zwang sie denn? Sie war ja frei.