Als die Mutter sie so müde und elend fand, redete sie ihr zu, doch etwas in die Luft zu gehen. Sie müsse sich Bewegung machen, auch des Kindes wegen.

Lulu wehrte ab.

Dann sollte sie wenigstens am Abend gehen, nach Dunkelwerden. Sie wollte sie begleiten, meinte die Mutter.

Ja, am Abend, jetzt nicht. Aber allein, sie ginge am liebsten allein, nickte Lulu.

"Is recht min Deern, dat deit di god", sagte die Mutter.

XXV.

Nirgends wurde die "nette Geschichte mit der Behn" eifriger besprochen, als im Wittfothschen Keller. Man war ja hier "der Nächste dazu".

Frau Caroline stellte sich völlig auf den Standpunkt der Moral. Sie verurteilte Lulu und tadelte Wilhelm, ganz wie es sich für eine anständige Frau geziemte, und hätte sicher an beiden kein gutes Haar gelassen, wenn nicht die Aussicht, mit Behns verwandt zu werden, ihre sittliche Entrüstung etwas gemildert hätte.

Sie hatte sich immer von der vornehmen Lulu über die Achseln angesehn gefühlt. Nun rückte sie jener gegenüber gar in den Rang einer Schwiegermutter auf.

Frau Beuthien senior und Frau Beuthien junior würde es nun heißen.