Das sagte ihr genug.
Aber sie blieb ruhig und heiter.
Sie hätte vor einigen Wochen selbst nicht geglaubt, daß sie den Tod so ruhig erwarten könnte. Kein Zagen, kein Graun.
Nur am letzten Abend, als Hermann fortging und erst in zwei Tagen wiederkommen zu können erklärte, war ihr auf einmal so bange geworden, so zum Aufschrein angst. Es war ihr, als würde sie ihn nie wiedersehen, als müßte sie ihn mit Gewalt zurückhalten.
Frau Caroline, der auch vom Arzt, auf Hermanns Wunsch, noch nicht alle
Hoffnung genommen worden war, glaubte, Therese würde die "Krisis"
überstehen. Sie sprach viel von dieser Krisis, ohne sich eine klare
Vorstellung davon zu machen.
Vielleicht würde ihr der Ernst der Krankheit mehr zum Bewußtsein gekommen sein, wenn nicht ihre persönlichen Angelegenheiten sie gar so sehr in Anspruch genommen hätten.
Die geschäftlichen Obliegenheiten lagen thatsächlich fast allein auf ihren Schultern, da Fräulein Frieda sich fortgesetzt unbrauchbar zeigte.
Dazu kamen die Heiratsgedanken.
Beuthien hatte auf baldige Heirat gedrungen, und man hatte schon allerlei Vorbereitungen getroffen. Nun schob Theresens Krankheit und die "leidige" Geschichte mit Wilhelm und Lulu alles wieder auf.
Die Behnsche Geschichte interessierte sie ungemein. Die Mädchen, die in ihren Laden kamen, sprachen davon und suchten von ihr mehr zu erfahren. Sie stand ja als so nahe Verwandte des Sünders mitten in der Aktion, und von je her war sie nie glücklicher gewesen, als wenn sie irgendwo "mit dazu gehörte."