Als künftige Schwiegermutter der ins Unglück geratenen, bewahrte sie natürlich allen Ausfragern gegenüber die nötige Zurückhaltung, und half durch ihr geheimnisvolles Wesen nur noch mehr, einen dichten Schleier abenteuerlicher Gerüchte um diesen pikanten Vorfall zu weben.

Wie erschrak sie, als Mutter Behn früh morgens, um sechs Uhr, mit der ängstlichen Frage bei ihr vorsprach, ob sie Lulu nicht gesehen habe.

"Se is utgahn gistern Abend und is nich wedder an't Hus kamen."

"Meine Güte, Frau Behn", rief die Wittfoth "Ihr ist doch nichts passiert?"

Die Gemüsefrau von nebenan kam. "Hebben Se all hürt? Behns ehr Lulu is furt."

Ein Dienstmädchen aus der Gärtnerstraße wollte "man bloß mal auf'n
Augenblick einsehen".

"Nu is se ja woll utrückt", meinte sie. "Wat'n Upstand."

Auch der alte Beuthien kam ganz verstört.

"Line, Line, wat'n Stück—wat'n Stück."

Im Hinterzimmer schellte Therese, aber niemand hörte sie.