Er betrat den offenen Laden, und da niemand anwesend war, rief er laut.
"Briefträger!"
Er mußte noch ein zweites Mal rufen, bevor Fräulein Frieda erschrocken erschien, mit langen, vorsichtigen Schritten, auf den Zehen balancierend.
Beide ausgestreckten Hände zur Höhe der Ohren erhebend, bedeutete sie ihm mit beschwichtigender Geberde leise zu sein.
"Na, was ist denn hier los?" fragte er verwundert.
"Unser Fräulein is tot."
"Fräulein Therese? Was hat ihr denn gefehlt?"
"Schwindsucht", flüsterte sie, als handle es sich um ein geheimnisvolles
Verbrechen.
Mit bedauerndem Kopfschütteln entfernte er sich.
Eine Arbeiterfrau kam und forderte einen wollenen Unterrock.
Fräulein Frieda konnte sich nicht besinnen, in welchem Schubfach das
Gewünschte zu finden war, und holte die Wittfoth.