Sie sah sehr elend und abgespannt aus, als sie langsam, mit niedergeschlagenen Augen die paar Schritte bis an den Wagenschlag zurücklegte, den Fräulein Frieda öffnete.

Diese, nicht im Besitz eines schwarzen Kleides, trug Halbtrauer, ihr winterliches Sonntagskleid aus hellgrauer schwerer Wolle, und hatte nur eine schwarze Moiré-Schürze angelegt, die Frau Caroline für diesen Zweck noch in letzer Mintute dem Schürzenkasten entnahm.

"Der Leute wegen."

Der angeheftete Preiszettel war in der Eile vergessen worden, zu entfernen.

"Achten Sie auch recht auf'n Laden, Fräulein", flüsterte sie aus der Droschke heraus dem Mädchen zu. "Und wenn die Frau mit dem Unterrock kommt, wissen Sie ja Bescheid."

Der Wittfoth zur Seite nahm der alte Beuthien Platz, in schwarzem
Gehrock und mit hohem, duffem, schon etwas ins rötliche schillerndem
Cylinder.

In der zweiten Droschke fuhr Hermann allein. Er hatte es so gewollt, damit nicht nur ein einziger Wagen folgte.

Gleichzeitig nahm er auch damit der Tante einen Stein vom Herzen, die ungern zu dritt in einer Droschke gefahren wäre.

"Das soll man nie thun bei 'ner Beerdigung", sagte sie. "Das bringt
Unglück. Gewöhnlich stirbt denn einer von den Dreien. Immer 'ne gerade
Zahl, das ist besser."

Hermann war in diesen traurigen Stunden noch mehr als sonst bereit, die
Schwächen seiner Tante zu schonen.