»Lux! – Lux! – schläfst du?«

»Nein, was willst du?«

Manuel gab keine Antwort.

»Willst du was?« fragte Lux noch einmal dringlicher.

»Ja.«

Und dann rang sich jedes Wort langsam und leise, aber leidenschaftlich von den zuckenden Knabenlippen.

»Ich liebe Blanche. Sie soll nicht immer nur mit dir freundlich sein. Ich halte das nicht aus. Ich will es nicht.«

Im Dunkel der Nacht saß der Knabe aufrecht in seinem Bett und stammelte dieses Bekenntnis, und es war Lux, dem er es vorstammelte, Lux, der am Tage der letzte gewesen wäre, dem er es anvertraut hätte. Aber er mußte sein übervolles Gemüt entladen, war froh, daß er Lux nicht dabei sehen konnte, sprach wie zu einem Fremden, fühlte, wie bei jedem Wort die Tränen höher in ihm aufstiegen, und zitterte am ganzen Leibe vor Erregung.

Eine lange Stille folgte Manuels Worten, während nur sein unterdrücktes Schluchzen zu vernehmen war.

Ich liebe Blanche! Lux hätte nie für sein Empfinden für Blanche diesen Ausdruck gefunden. Er war aufs neue erschreckt, beängstigt, von etwas Fremdem verwirrt.