Auf meinen ausgestopften Falken

Nicht mehr über Wipfel gleitest du,
Über meinen Schreibtisch breitest du,
Ausgestopfter Balg, nun deine Schwingen,
Äugst auf mich herab und auf mein Singen.

Gleichen Namens, wunderliche Vettern,
Umgetrieben beid in manchen Wettern,
Du nun ruhend, ich noch in den Lüften
Fröhlich flügelnd über Tod und Grüften.

Von der Lampe stillem Licht umflutet,
Wie dein Auge mir lebendig glutet!
Und mir ist, ich seh in deine Schwingen
Wieder warmes, rasches Leben dringen.

Blendwerk! Phantasie! Gespenstisch Leben!
Wirst dich nie mehr in die Lüfte heben.
Aber mich, nach meinen Erdentagen,
Welche Flügel werden mich noch tragen?

Morgen zwischen Hecken

Weit hinten liegt die große Stadt,
Die graue Stadt in Dunst und Rauch.
Hier spielt im Licht das grüne Blatt
Und schaukelt sich im Morgenhauch.

Hier ist das Leben hold verstummt,
Träumt lieblich in sich selbst hinein;
Nur eine frühe Biene summt
Näschig um süße Becherlein.

Und manchmal ein verwehter Laut,
Wie fernen Meeres Wogenschlag.
Was dort um Mauern braust und braut,
Herr, fuhr's zu einem klaren Tag!

Und gar nicht lange