Es steht ein Bäumchen kahl im Feld
Und friert in allen Winden.
Und will sich aus der weiten Welt
Kein Vogel zu ihm finden.
Und gar nicht lange, über Nacht,
Und tausend Blüten blinken,
Und seine Krone überdacht
Ein Nest verliebter Finken.
Die bunten Kühe
Drei bunte Kühe in guter Ruh
Und des Nachbarn Hanne dazu
Traf ich heute in der Früh,
Junghanne und ihre bunten Kuh.
Das gab einen guten, glücklichen Tag,
Die Sonne auf allen Wiesen lag,
Die ganze Welt war so bunt und blank.
Der Hanne und ihren Kühen Dank!
Was glaubt ihr, trifft man in der Früh,
Statt der drei bunten drei schwarze Küh
Und statt der Hanne die alte Gret?
Der ganze Tag ist verwünscht und verweht.
Auf der Bleiche
Bringst du Leinen auf die Bleiche?
Kommt dir nicht der Wind darüber?
Über Dämme, über Deiche
Wirbelt er vom Meer herüber.
Willst mit Klammern, willst mit Steinen
Dir den weißen Schatz erhalten?
Einmal wird mit deinem Leinen
Doch ein fremder Wille schalten.
Kommt's in deiner Töchter Kästen,
Kommt's in deiner Enkel Hände,
Ist der Faden auch vom Besten,
Das Gewebe nimmt ein Ende.