Hier ein Flicken, dort ein Flicken.
Soll man's kunterbunt besetzen?
Weg damit! so will sich's schicken.
Und der Wind spielt mit den Fetzen.
Wäsche im Wind
Tollt der Wind über Feld und Wiese,
Hat seinen Spaß er überall,
Aber am liebsten neckt er die Liese
Mit einem tückischen Überfall.
Will sie ihr Zeug auf die Leine bringen,
Zerrt er: Liese, dies Hemd ist mein!
Um jedes Laken muss Liese ringen,
Jedes Stück will erobert sein.
Giebt es der Sausewind endlich verloren,
Schlägt er noch im Übermut
Ihr das nasse Zeug um die Ohren:
Da, liebe Liese, häng's auf und sei gut.
Winterwald
Wo ist der lustige Waldvogelsang
Und das spielende Laub? Verweht,
Was ist das für ein fremder Klang,
Der im Wald umgeht?
Das ist die Axt, die frisst am Holz
Seit Wochen sich satt, o weh!
Da liegt nun mancher grüne Stolz,
Ein toter Held, im Schnee.
Was in Lüften gelebt und mit Wetter und Wind
Manch trotzigen Strauß bestand,
Jetzt biegt es und knickt es ein hungernd Kind
Und bindet's mit frierender Hand.
Auf ärmlichem Herd ein Funkentanz
Und ein Knistern. Verglüht, versprüht!
Und war einmal ein grüner Kranz
Und ein Glück. Wo blieb es? Verblüht.