Ich rief ihn an: Pst! Kleiner!
Kriegt mich auf einmal von hinten einer
Am Kragen und schilt: Schließ das Fenster doch,
Du erkältst dich noch.
Meine Frau, die verständige war's, sie hält meist
Meine Märchenerfindungen für sehr dreist.
So hab ich ihr auch, was ich sah, verschwiegen
Und bin ganz still ins Bett gestiegen.
Die Schnitterin
War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn, —
Der hatte sich schwer vergangen.
Da sprach sein Herr: Du bekommst deinen Lohn,'
Morgen musst du hangen.
Als das seiner Mutter kund gethan,
Auf die Erde fiel sie mit Schreien:
O lieber Herr Graf und hört mich an,
Er ist der letzte von dreien.
Den ersten schluckte die schwarze See,
Seinen Vater schon musste sie haben,
Den andern haben in Schonens Schnee
Eure schwedischen Feinde begraben.
Und lasst ihr mir den letzten nicht,
Und hat er sich vergangen,
Lasst meines Alters Trost und Licht
Nicht schmählich am Galgen hangen.
Die Sonne hell im Mittag stand,
Der Graf saß hoch zu Pferde,
Das jammernde Weib hielt sein Gewand
Und schrie vor ihm auf der Erde.
Da rief er: Gut, eh die Sonne geht,
Kannst du drei Äcker mir schneiden,
Drei Äcker Gerste, dein Sohn besteht,
Den Tod soll er nicht leiden.
So trieb er Spott, hart gelaunt,
Und ist seines Wegs geritten.
Am Abend aber, der Strenge staunt,
Drei Äcker waren geschnitten.