Was stolz im Halm stand über Tag,
Sank hin, er musst es schon glauben.
Und dort, was war's, was am Feldrand lag?
Sein Schimmel stieg mit Schnauben.
Drei Äcker Gerste, ums Abendrot,
Lagen in breiten Schwaden,
Daneben die Mutter, und die war tot.
So kam der Knecht zu Gnaden.
Das Geisterschiff
Alle Schiffer kamen wieder,
Kay kam nicht.
Auf die Erde warf Meike sich nieder,
In den Sand das Gesicht.
Sie weinte und rang die weißen Arme:
Kay, komm, Kay!
Sie flehte und fluchte, dass Gott erbarme:
Kay, komm, Kay!
Da lief ein Schiff auf schwarzer Welle
Nachts an den Strand,
Da kam ihr toter Herzgeselle
Und nahm sie bei der Hand.
Sie fühlte es bis in die spitzen Zehen
Und bis in ihr blondes Haar.
Und Meike musste mit ihm gehen
Und segeln immerdar.
Die treue Schwester
Vater und Mutter lagen im Grab,
Und der Bruder wollt übers weite Meer.
Wiebke hing an seinem Hals,
Verzagt und weinte sehr.
Meine Lampe will ich ans Fenster stelln,
Kein Stern hat hellem Schein,
Herzbruder, und wenn du wiederkehrst,
Dein Schiff läuft sicher ein.