Ich ging zu meiner Backschaft zurück und saß eine Weile trübsinnig unter ihnen. Die alten Afrikaner saßen nicht weit von uns. Ich wagte aber nicht zu ihnen zu gehn; denn sie waren ein kleiner Haufe geworden. Zuletzt ging ich doch und setzte mich stumm ein wenig zur Seite.
»Er wollte zurück,« sagte Sergeant Hansen und starrte vor sich in das Feuer. »Aber er hatte einen schlimmen Schuß im Bein. So ist er liegen geblieben.«
Es wurde ein anderer Mann genannt. »Der hatte Glück,« sagte der Schleswiger. »Er bekam einen Schuß in die Brust und lag gleich still.«
Ich fragte leise nach unserm Leutnant. »Ich weiß nicht,« sagte der eine. Der andere sagte: »Er ging zur Seitendeckung in den Busch. Karl hat ihn da fallen sehn.«
Einer erzählte vom Alten: »Ich höre mein Leben lang in all dem Jammer und Geschieße seine ruhige Stimme. Es ist ein Wunder, daß er lebend davon gekommen ist.«
Ein anderer sagte: »Sie haben sich alle gut gemacht. Sie lagen und standen und sprangen, und lagen todwund, als tapfere Männer.«
Der Schleswiger schüttelte den Kopf und legte die Hand schwer auf sein Knie: »Daß uns das geschehen konnte!« Sie nannten zwei gute Namen, alte Afrikaner, die geführt hatten und gefallen waren.
Ich sagte mit starker Stimme: »Es sind merkwürdig viele Tote und wenige Verwundete.« Aber Hansen sagte: »Sei nicht so dumm. Sie machen keine Gefangenen. Wir tun's ja auch nicht.«
Dann sprachen sie noch davon, daß wir nun wohl ein Gefecht haben würden und daß dies Gefecht ein sehr schweres sein würde.
Während ich noch bei ihnen saß und ihnen zuhörte, wurden in der Mitte unseres Lagers aus großen Pistolen rote und weiße Glühkugeln als Signale steil in den Nachthimmel hinauf geschossen. Viele standen auf den Wagen und auf den Ästen der Bäume und sahen über das weite, dunkle, schweigende Buschfeld, ob von der großen Abteilung eine Antwort käme. Aber es kam keine.