VIII

An diesem Abend oder am andern Morgen kam eine Patrouille mit der Nachricht zurück, daß es den Anschein hätte, als wenn die Feinde südlich von uns nach Osten durchbrechen wollten. Da diese Bewegung unsere Etappenlinie bedrohte, und da überdies immer noch keine Nachricht von der Hauptabteilung ankam, und wir ohne sie mit unserm kleinen Haufen dem Ansturm der Tausende schwerlich standhalten konnten, beschloß der Major, etwa drei Tagemärsche zurückzugehen und dort an unserer alten Wasserstelle, in einem befestigten Lager auf der Lauer zu liegen und auf Nachricht zu warten.

Also machten wir uns denn auf den Rückzug.

Wir waren alle unmutig; viele waren müde und stumpf. Als wir aber nach einigen Stunden an einen großen, schönen Wald kamen, dessen Bäume wie deutsche Eichen aussahen, wurden wir sehr an die Heimat erinnert, und wurden, während wir hindurchzogen, ein wenig lebhaft und munter. Wir kamen dann durch das sandige, trockene Bett eines Flusses, das einen Meter tiefer lag, als seine Ufer. Dann ging es wieder durch ziemlich enge Buschwege.

Als wir an diesem Abend lagerten, sahen wir endlich nach Südwesten zu Signale. Sie leuchteten in weißen und roten Raketen fünf- oder sechsmal auf und erregten und ermunterten uns. Wir dachten, daß es Signale der Hauptabteilung wären und daß wir nun doch noch wieder und auf den Feind losgehen würden. Später, nach Wochen, erfuhren wir, daß der Feind es war, der einige Raketen, die er bei unsern Toten gefunden hatte, spielenderweise abgeschossen hatte.

Wir waren an diesem Abend stiller als sonst. Es war Osterabend.