»Birg mich seitwärts vom Wege und rette dich, vielleicht vermagst du Hilfe zu bringen,« mahnte Immo.
»Der Mond scheint über kahles Land, sie finden dich, bevor ich ein Pferd schaffe.«
Vor ihnen knarrte ein Karren und knallte eine Peitsche. »Der Wagen fährt auf unsere Dörfer zu,« rief Brunico erfreut, »ich meine, es ist ein Nachbar, der sich in der Stadt verspätet hat.« Er rief den Wagen an und führte das Pferd zu ihm hin. »He, Landgenoß, kennst du den Freien Balderich im Dorfe vor uns?«
»Vielleicht kenne ich ihn,« versetzte der Mann, mit der Peitsche knallend.
»Willst du helfen, einen Verwundeten heimlich nach seinem Hofe zu schaffen, so soll dir ein guter Lohn werden.«
»Es kommt darauf an, wer der Wunde ist,« versetzte der Mann auf dem Karren. Als aber Brunico ihm näher kam, wandte er sich heftig ab. »Dies Gesicht kenne ich, ich sah dich unter den Disteln, verflucht sei die Hand, die sich dir zur Hilfe rührt.« Brunico zog sein Schwert.
»Laß den Mann in Frieden,« befahl Immo, aber er selbst glitt kraftlos vom Roß in die Arme des Getreuen. Der Fuhrmann beugte sich über ihn. »Halt,« rief er, »auch diese Stimme erkenne ich. Kann euch mein Wagen helfen, Herr, so hebe ich euch herauf. Es sind dieselben Räder, die ihr in meiner Not aus dem Wasser hobt.«
Immo nickte schwach mit dem Haupt. »Ladet mich auf.« Die beiden Männer hoben ihn auf den Wagen, der Fuhrmann Hunold breitete eine Decke und rückte die Strohbündel. »Euch schaffe ich in das Dorf, der andere möge sich fern halten von meinem Messer.«
Immo streckte die Hand über das Wagengeflecht. »Fort mit dir, Gespiele.« Der Knappe warf sich mit einem Seufzer auf das Pferd und trabte dem Holze zu, während der Fuhrmann ihm zornig nachsah.