Das Mädchen schob den Teller zögernd nach dem Fremden hin.

»Ich merke,« sagte Immo ärgerlich, »daß dir dein Geselle unwillkommen ist.«

»Wundere dich nicht, Immo,« spottete der Graf, »du bist wie ein Frosch aus dem Klosterweiher herangehüpft. Ihr aber geht es wie der Königstochter, welcher auch ein Frosch zum Gesellen gesetzt war, stolz sah sie auf den Quaker, kalt erschien ihr sein Fell und nur mit zwei Fingern griff sie ihn an.«

»Ja, so tat sie, Herr,« versetzte Immo dreist, »aber zuletzt wurde der Quaker doch ihr Gemahl.«

Der Graf und seine Bankgenossen lachten laut. »Mißfällt dir auch seine ungefüge Stimme,« gebot der Graf ergötzt der Jungfrau, »so fülle ihm doch den Becher.«

»Trinke mir zu«, mahnte Immo, »dies ist mein Recht, da ich dein Geselle bin.«

Hildegard berührte den Becher mit ihren Lippen, schob ihm den Becher hin und sagte leise: »Stille ein wenig den lauten Gesang, denn der Reiher schwebt über dir.«

»Sieh zu, Frau Reiherin, ob meine Hand kalt ist wie eine Froschhand,« versetzte Immo, ihre Hand fassend.

»Du wirst dreist, Herr Frosch,« antwortete das Mädchen, die Hand zurückziehend, »tauche zurück in deinen Quell.« Sie hob die Kanne und goß ihm den Becher voll.