Der Herzog sprengte an die Seite des Königs. »Mann und Roß werden die Glut des Tages lange fühlen.«

»Das mögen sie später halten, wie es ihnen beliebt, heute aber brauche ich sie nicht auf dem Wege, sondern im Lager, und ich wollte, uns wäre die Heidenkunst erlaubt, einen Sturmwind zu beschwören, der das Heer in der Wolke dahintreibt.«

Der Herzog schlug ein Kreuz. »Die Himmlischen gewähren zuweilen dem Bittenden Regen, auch dieser würde das Heer vorwärts treiben.«

»Ich kann nicht frei atmen, Vetter,« fuhr der König leise fort, »bis ich das Lager gesichert sehe, denn wenn die in der Festung nicht verblendet sind, so mag unser Schade größer werden als der Gewinn.«

»Reite voraus,« riet der Herzog.

»Dann fallen diese ganz von den Pferden und legen sich auf die Heide,« versetzte der König.

»Willst du meinen Sachsen deinen Wein und Met preisgeben, so will ich versuchen, ob ich sie noch vor Sonnenuntergang in die Wagenburg bringe.«

»Von Herzen gern,« versetzte der König, »denn wenn wir heute einen Ausbruch des Feindes abwehren, so denke ich morgen den Krieg zu beenden.«

Der Herzog befahl seiner Schar zu halten und ließ durch den Rufer verkünden, daß der ganze Tonnenvorrat des Königs noch heute derjenigen Schar als Ehrentrunk zugeteilt werden sollte, welche zuerst das Lager erreiche.

Die Helden sahen einander mürrisch an, doch allmählich erschien ihnen der Vorschlag nicht verächtlich, sie lächelten ein wenig und die Rosse begannen zu traben. Als der Rufer den Bayern verkündete, daß die Sachsen um des Königs Wein davon ritten, ärgerten sich die Bayern, weil das Getränk aus ihrem Lande genommen war und ihnen zuerst gebührte, und ihre Rosse trabten ebenso.