»Ich will zuverlässig sein,« klang die Stimme des Pinkus dazwischen, »aber ich muß vierhundert Thaler haben, oder es wird nichts aus dem Geschäft.«
»Wie können Sie sagen, daß nichts aus dem Geschäft wird? Was wissen Sie von dem ganzen Geschäft? Wer sind Sie, daß Sie etwas davon wissen können?«
»Ich weiß so viel, daß ich mir kann die vierhundert Thaler geben lassen von dem Baron, wenn ich zu ihm gehe und ihm sage, was ich weiß,« schrie Pinkus mit lauter Stimme.
»Sie sind ein schlechter Mensch,« rief Ehrenthal im Zorn. »Sie sind mir verächtlich wie eine Maus, welche piept in ihrem Loch. Wissen Sie, wen Sie so behandeln? Mich behandeln Sie so,« fuhr er immer zorniger fort. »Ich kann Ihnen nehmen Ihren Credit und werde Sie bekannt machen als ein schlechtes Subject bei allen Geschäftsleuten.«
»Und ich will Sie bekannt machen dem Baron, was Sie sind für ein schlechter Mann,« rief seinerseits Pinkus erzürnt.
Bei diesen Worten öffnete sich die Thür, Veitel tauchte mit einem Sprung in den Schatten der Treppe.
»Ich will Ihnen Zeit lassen zur Ueberlegung bis morgen früh,« schrie der abgehende Pinkus in's Comtoir zurück und rannte hinaus.
Veitel trat mit der größten Unbefangenheit in das Comtoir und wurde von seinem Patron, der in dem kleinen Raume auf und ab stürmte, wie ein wildes Thier im Käfig, gar nicht gesehen. »Gerechter Gott, daß dieser Löbel sein kann ein solcher Verräther! Er wird Alles ausschwatzen auf dem Markte, er wird mich ruiniren,« jammerte Herr Ehrenthal und schlug die Hände zusammen.
»Wozu soll er Sie ruiniren?« frug Veitel und warf seinen Hut auf das Pult.
»Was wollen Sie hier? Was haben Sie gehört?« schrie ihn Ehrenthal zornig an.