»Sei jetzt einmal still mit deinem ewigen Knirps,« entgegnete Karl. »Ich will Auflader werden.«

»Ei so hört doch,« rief der Alte, »also Auflader! warum nicht lieber gar Bürgermeister, oder König oder so etwas?«

»Ich habe Kräfte genug,« fuhr Karl entschlossen fort. »Ich will mir etwas verdienen. Ich will ein ordentlicher Mann werden. Herr Wohlfart ist jetzt schon seit einem Jahre frei geworden und ich bin noch immer ein Junge.«

»Du willst etwas verdienen?« wiederholte der Alte und sah mit immer größerem Erstaunen auf seinen Sohn. »Verdiene ich nicht genug und mehr, als wir brauchen? Wozu willst du als Geizhals an uns handeln?«

»Ich kann doch nicht immer an deiner Lederschürze hängen,« sagte Karl, »und wenn du tausend Thaler verdientest, würde ich dadurch ein ordentlicher Mensch? und wenn ich dich einmal verlieren sollte, was soll dann aus mir werden?«

»Du wirst mich verlieren, Junge,« sagte der Riese mit dem Kopf nickend, »das versteht sich, in einigen Jahren«, setzte er hinzu, »nachher kannst du werden, was du willst, nur nicht Auflader.«

»Aber warum soll ich nicht werden, was du bist? Sei doch nicht so hartnäckig.«

»Das verstehst du nicht. Komm mir nicht mit deinem Ehrgeiz, ehrgeizige Leute kann ich nicht vertragen.«

»Und wenn ich nicht Auflader werden soll,« rief Karl wieder, »so muß ich etwas Anderes lernen, sieh das doch ein, Vater.«

»Du willst nichts gelernt haben?« rief der Alte bekümmert. »Ach, du armes Kind, was haben sie dir nicht Alles in deinen kleinen Kopf hineingetrieben! Da war die Klippschule, zwei Klassen, und die Stadtschule, vier Klassen, und die Gewerbeschule, zwei Klassen, acht Klassen hast du gelernt und kennst alle Waaren so gut wie ein Commis, ist das nichts? Du bist ein nimmersatter Junge!«