Darüber entstand in der Familie Ehrenthal große Aufregung. Bernhard stäubte selbst seine Bücher ab und stellte die verkehrten zurecht, und es geschah das Unerhörte, daß er sich um die Wirthschaft kümmerte. »Es muß Thee sein, Abendessen, Wein, auch Cigarren.«
»Du sollst um nichts sorgen,« beruhigte ihn die Mutter; »wenn der Herr von Fink dein Gast ist, so soll er sehen, wie es in unserm Hause zugeht.«
»Die Cigarren werde ich dir kaufen,« rief der Vater, »wie sie rauchen die jungen Herren, etwas Feines, und ich werde dir auch besorgen den Wein. Laß Fasanen holen, Sidonie.«
»Wir wollen einen Lohndiener annehmen,« sagte die Mutter.
»So will ich's nicht,« widersprach Bernhard ängstlich, »die Herren kommen zu mir als gute Freunde, und so sollen sie aufgenommen werden, in meiner Stube und ohne fremden Diener.«
Und als die Stunde des Besuchs herankam, wie wurde da Bernhard eifrig, ja er wurde ärgerlich, nichts war ihm in Ordnung. »Wo ist der Theekessel? Noch steht kein Kessel in meiner Stube,« rief er der Mutter zu.
»Ich werde dir den Thee eingießen und hineinschicken, wie sich's bei Herrengesellschaft paßt,« sagte die Mutter, die im neuen Seidenkleide auf- und abrauschte.
»Nein,« entgegnete Bernhard eigensinnig, »ich selbst will den Thee machen, Wohlfart macht ihn, und Herr von Fink macht ihn.«
»Der Bernhard will selbst den Thee machen!« rief die Mutter verwundert Rosalien zu. »Ein Wunder, er will selbst den Thee machen!« rief Ehrenthal in seiner Schlafstube, in der er gerade unter den Stiefeln klapperte. »Er will Thee machen!« rief die Köchin in der Küche und schlug die Hände zusammen.
Und wieder kam Bernhard in die Wohnstube gerannt, eine geschliffene Flasche in der Hand. »Was ist das hier?« frug er im Eifer.