Die Herren sahen lächelnd auf Baumann, der leise vor sich hin sagte: »Es ist auch unrecht.«

»— Und von dem Tyrannen Pix will ich gar nicht sprechen, da er selbst in vielen Stunden zweifelhaft ist, ob die Handlung ihm gehört oder Herrn Schröter.«

Alle lachten. Herr Pix steckte wie Napoleon die Hand in seine Brusttasche. — »Du bist ein perfider Advocat,« sagte Fink, »du regst persönliche Interessen auf.«

»Du hast dasselbe gethan,« erwiederte Anton. »Und jetzt will ich von dir reden. Vor etwa einem halben Jahre ist dieser Amerikaner zu Herrn Schröter gegangen und hat ihm gesagt: Ich wünsche nicht mehr Volontair zu sein, ich bitte um eine feste Stellung im Geschäft. Warum? frug Herr Schröter. Natürlich hatte Fink nur die Absicht, so und so viel Thaler festen Gehalt von der Handlung zu beziehen.«

Wieder lächelten Alle und sahen auf Fink; aber die Blicke waren nicht mehr feindlich, es war etwas von Achtung und fröhlicher Billigung darin, denn es war Allen bekannt, daß Fink gesagt hatte: »Ich wünsche einen regelmäßigen Antheil an der Arbeit, und die Verantwortung, welche bei fester Thätigkeit ist; die Arbeit in meiner Branche macht mir Freude.«

»Und ferner,« fuhr Anton fort, »wer einmal das Behagen gesehen hat, mit welchem Fink den Schmeie Tinkeles behandelt, der weiß, wie viel von dem schwächlichen deutschen Gemüth auch bei ihm zu Tage kommt. Es ist so viel drollige Laune in seinem Wesen, daß das Comtoir durch solche Stunden entzückt wird, und, was die Hauptsache ist, Tinkeles selbst ist geradezu in ihn verliebt.«

»Weil er maltraitirt wird, Herr,« versetzte Fink.

»Nein, sondern weil er hinter deinen kräftigen Worten dasselbe behagliche Wohlwollen bemerkt, mit dem ein Anderer sein Hündchen oder seine Vögel liebkost. — Und wenn irgend ein Geschäft des Prinzipals glänzenden Erfolg gehabt hat, so ist Niemand von uns fröhlicher darüber, als Fink selbst. Neulich, als die Krisis im Zinkgeschäft eintrat, und Herr Schröter gegen die stille Ansicht des ganzen Comtoirs, auch gegen Finks Ansicht, noch zu rechter Zeit in Hamburg verkauft und die Handlung dadurch vor einigen tausend Thalern Verlust bewahrt hatte, da triumphirte derselbe Fink lauter, als Einer von uns, und zwang Jordan und mich, denselben Abend in's Weinhaus zu gehen.«

»Weil ich nicht allein trinken wollte, du Narr,« sagte Fink.

»Natürlich,« rief Anton, »deßhalb stießest du auch bei dem ersten Glas auf das Wohl der Handlung an und nanntest sie eine glorreiche Firma.«