»Schließe das Fenster,« bat die Baronin, »das Wetter kommt herauf.«
»Es wird unserm Hause nichts thun,« antwortete der Freiherr beruhigend. »Der Leiter steht oben auf dem Dach, er glänzte vorhin hell wie ein Licht durch die dunkeln Wolken. Sieh dorthin, wo die Wolken am schwärzesten zusammengeballt sind, dort über der hellen Esche.«
»Ich sehe die Stelle,« sagte die Baronin.
»Mache dich gefaßt,« fuhr der Freiherr lächelnd fort, »daß dein blauer Himmel dort für immer durch graue Wolken bedeckt wird, dort wird der Schornstein der Fabrik über die Bäume ragen.«
»Du willst bauen?« fragte die Baronin besorgt.
»Du willst eine Fabrik errichten?« rief der Lieutnant vorwurfsvoll.
»Ja,« sagte der Freiherr zu seiner Gemahlin, »das Unternehmen wird viel Unangenehmes haben für dich und mich, und wird meine Kräfte in jeder Beziehung in Anspruch nehmen. Wenn ich es doch wage, so geschieht es nicht um unsertwillen, sondern für die Kinder, für die Familie. Ich will das Gut befestigen bei unserm Hause, ich will seine Einkünfte so vermehren, daß der Herr dieses Schlosses in der Lage ist, auch für die Zukunft der Lieben zu sorgen, denen er nach dem alten Recht der Erstgeburt und der männlichen Nachfolge das Gut nicht überlassen kann. Es hat mich langen Kampf gekostet, heut hab' ich mich entschlossen.«