»Sie wollen —« riefen die Offiziere rund um den Tisch.

»Ich muß,« sagte der Kaufmann mit Ernst und setzte ihnen kurz auseinander, weshalb er müsse.

Der Rittmeister schüttelte den Kopf: »Zwar läßt der Wortlaut meiner Ordre zweifelhaft, ob ich die Grenze für Jedermann zu verschließen habe, doch ist mir Absperrung des insurgirten Landes als der nächste Zweck unserer Aufstellung angegeben.«

»Dann würde ich meinen Wunsch dem Commandeur vortragen müssen, das würde mich länger als einen Tag aufhalten, und dieser Aufenthalt könnte den Zweck meiner Reise vereiteln. Wie Ihre Güte mir mittheilt, herrscht gegenwärtig unter den Insurgenten noch erträgliche Ordnung, es ist unmöglich, daß diese lange anhält. In den Rücksichten aber, welche ich dort finde, liegt für mich die einzige Möglichkeit, meine Waaren zu retten, denn die Frachtwagen kann ich nur mit Bewilligung der revolutionären Behörde aus der Stadt schaffen.«

»Und hoffen Sie diese zu erlangen?« frug der Rittmeister.

»Es muß versucht werden,« antwortete der Kaufmann. »Jedenfalls werde ich mich der Plünderung und Zerstörung meines Eigenthums dort nach Kräften widersetzen.«

Der Rittmeister überlegte. »Was Sie thun wollen, setzt mich in einige Verlegenheit; wenn Ihnen ein Unglück zustößt, wie ich fast fürchte, so könnte mir ein Vorwurf daraus gemacht werden, daß ich Ihnen gestattet habe, die Grenze zu passiren. Kann Sie denn nichts bewegen, diese Reise zu unterlassen?«

»Nichts,« erwiederte der Kaufmann, »nichts als das Gesetz.«

»Liegt Ihnen denn so viel an den Frachtwagen, daß Sie Ihr Leben dafür in die Schanze schlagen wollen?« frug der Rittmeister nicht ohne inneres Mißfallen.

»Ja, Herr Rittmeister, eben so viel, als Ihnen daran liegt, Ihre Pflicht zu thun; es hängt für mich mehr an dem Besitz dieser Frachtwagen, als ein geschäftlicher Vortheil. Ich muß hinüber, wenn mich nicht ein unbedingtes und unwiderrufliches Verbot der Staatsregierung daran hindert. Diesem würde ich mich zuletzt nicht entziehen, ich werde aber Alles versuchen, für mich eine Ausnahme zu erwirken.«