Der Anführer des Trupps, einer von den Wächtern, welche der junge Pole am Morgen in die Herberge gerufen hatte, sagte zum Kaufmann: »Sie sind Gefangener der Regierung, Sie und Ihre Waaren dürfen die Stadt nicht verlassen.«
»Ich habe einen Passirschein,« antwortete der Kaufmann mit heiserer Stimme und griff nach der Brusttasche.
»Das neue Commando verbietet Ihnen die Abreise,« wiederholte der Bewaffnete kurz.
»Ich muß mich unterwerfen,« sprach der Kaufmann, er setzte sich mechanisch auf eine Deichsel und faßte mit beiden Händen nach dem Wagenkorbe.
Anton hielt den halb Bewußtlosen in seinen Armen und rief in der tiefsten Empörung: »Wir sind in dieser Herberge zwei Mal beraubt worden, wir waren in Gefahr, getödtet zu werden, mein Begleiter ist verwundet, wenn Ihre Regierung uns und die Wagen zurückhalten will, so schützen Sie wenigstens unser Leben und diese Güter, welche uns gehören. In dieser Herberge können die Wagen nicht bleiben, und wenn Sie uns von den Wagen trennen und fortführen, so wird Plünderung und Zerstörung derselben noch schwerer zu verhüten sein.«
Die Bewaffneten traten zusammen und hielten Rath; der Anführer rief endlich auch Anton. Nach langem Verhandeln wurde bestimmt, die Wagen in eine nahe gelegene Herberge von ähnlicher Beschaffenheit, aber etwas besserem Charakter zu geleiten. Anton erhielt die Erlaubniß, mit dem Kaufmann unter Bewachung in demselben Gasthofe zu bleiben, bis Weiteres über sie beschlossen würde. Der Kaufmann hatte unterdeß an die Leinwand des Wagens gelehnt theilnahmlos dagesessen. Anton theilte ihm schnell das Resultat der Unterhandlungen mit.
»Wir müssen es ertragen,« sprach der Prinzipal langsam und versuchte mit Mühe sich zu erheben. »Fordern Sie unsere Rechnung von dem Wirth.«
»Der Wirth wird seine Bezahlung durch uns erhalten,« sagte der Führer des Trupps und stieß den Besitzer des Hofes unsanft zur Seite. »Denken Sie jetzt an sich selbst,« fügte er theilnehmend hinzu und faßte den Arm des Verwundeten, um ihn zu stützen.
»Bezahlen Sie für uns und für die Pferde,« wiederholte der Kaufmann zu Anton gewandt, »wir dürfen hier nichts schuldig bleiben.«
Anton zog seine Brieftasche hervor, rief die Fuhrleute zusammen, übergab vor ihren Augen dem Wirth ein Cassenbillet und sagte ihm: »So zahle ich Euch, bis Eure Forderung festgestellt ist, vorläufig diese Summe. Ihr Männer seid Zeugen.« Die Fuhrleute nickten respectvoll und eilten zu ihren Wagen.