Als der Lieutnant das Geld nachlässig in seine Tasche steckte, klang auf der Straße der Hufschlag eines Pferdes; schnell trat er an das Fenster. »Wetter, das ist eine hübsche Katze, polnisches Blut, der Roßkamm hat sie einem der Rebellen gestohlen und will jetzt einen ehrlichen Soldaten damit anführen.«

»Woher wissen Sie, daß das Pferd zu verkaufen ist?« frug Anton, der unterdeß am Schreibtisch einen Brief siegelte.

»Sehen Sie nicht, daß ein Gauner das Thier im Parademarsch vorbeiführt?«

In dem Augenblick klopfte es leise an der Thür, und Schmeie Tinkeles schob zuerst sein lockiges Haupt und darauf den schwarzen Kaftan in die Stube und gurgelte unterwürfig: »Ich wollte die gnädigen Herren fragen, ob sie vielleicht wollen ansehen ein Pferd, welches so viel Louisd'or werth ist, als es Thalerstücke kostet. — Wenn Sie doch nur gehen wollten bis an das Fenster, Herr Wohlfart, Sie sollen es ja nur ansehen; sehen ist nicht kaufen.«

»Ist diese Gestalt einer von Ihren Geschäftsfreunden, Wohlfart?« frug der Lieutnant lachend.

»Er ist es nicht mehr, Herr von Rothsattel,« antwortete Anton in demselben Ton, »er ist in Ungnade gefallen. Diesmal gilt sein Besuch Ihnen. Nehmen Sie sich in Acht, er wird Sie verführen, das Pferd zu kaufen.«

Der Händler hörte aufmerksam der Unterredung zu und heftete seinen Blick neugierig auf den Lieutnant. »Wenn der gnädige Herr Baron will kaufen das Pferd,« sagte er zudringlich zu dem Lieutnant tretend und denselben unverrückt anstarrend, »so wird es ein schönes Reitpferd sein auch auf dem Gut in Ihrer Wirthschaft.«

»Was zum Henker weißt du von meinem Gut?« sagte der Lieutnant; »ich habe kein Gut!«

»Kennt Ihr diesen Herrn?« frug Anton.