»Nein,« sagte Pix, »das ist vorbei für immer, morgen früh werden auch Sie das einsehen. Und jetzt kommen Sie her und stoßen Sie an, von den Kürbissen soll zwischen uns nicht mehr die Rede sein.«

Specht stieß verdutzt an und wurde gleich darauf sehr lustig. Die Last war von ihm genommen, welche ihn lange gedrückt hatte. Er sang, er schüttelte allen Collegen die Hände und wurde groß in gewagten Behauptungen.

Als Anton mit den Collegen die Treppe hinabstieg, bemerkte er, daß Pluto etwas Gelbliches im Maule trug und eifrig daran kaute. »Es sind Specht's Kürbisse,« sagte Pix, »der Hund hat sie für Rindfleisch gehalten und sämmtlich abgebissen.«


VI.

Anton stand vor dem Bett des kranken Bernhard und sah mit innigem Antheil auf die verfallene Gestalt seines Freundes. Das Antlitz des Gelehrten war noch faltiger als sonst, seine Haut durchscheinend wie aus Wachs, unordentlich hing sein lockiges Haar um die feuchte Stirn, die Augen blitzten in fieberhafter Aufregung dem Besuch entgegen. »So lange waren Sie in der Fremde!« rief er klagend; »ich habe mich alle Tage nach Ihnen gesehnt. Jetzt da Sie zurück sind, wird es auch mit mir besser werden.«

»Ich komme oft, wenn ich Sie nicht durch unser Gespräch aufrege,« erwiederte Anton.

»Nein,« sagte Bernhard, »ich will ruhig zuhören, Sie sollen von Ihrer Reise erzählen.«

Anton begann seinen Bericht. »Ich habe in dieser Zeit gesehen, was wir uns oft mit einander gewünscht haben, fremde Menschen und ein stürmisches Treiben. Ich habe gute Gesellen auch in der Fremde gefunden, und doch ist mir bei Vielem, was ich erlebte, die Ueberzeugung gekommen, daß es kein größeres Glück giebt, als sich in seiner Heimath mitten unter seinen Landsleuten tüchtig zu rühren. Manches habe ich erfahren, was auch Sie gefreut hätte, weil es poetisch war und die Seele bewegte, aber zuletzt war das Widerwärtige doch im Vordergrund.«

»Es war dort, wie überall auf der Erde,« sagte Bernhard. »Wo ein großes Gefühl das Herz erschüttert und den Menschen vorwärts treiben möchte, wirft die Erde ihren Schmutz daran, und das Schöne verkümmert, und alles Große wird lächerlich gemacht. Es ist wo anders wohl auch nicht besser, als bei uns.«