»Was werden Sie hitzig, Herr Baron,« rief der Händler; »ich spreche ja nichts gegen Ihre Ehre, soll mich Gott davor bewahren!«

»Sie sprachen doch davon,« sagte der unglückliche Mann.

»Wie können Sie mißverstehen einen alten Bekannten!« klagte Ehrenthal; »ich will nichts, als Ihre Versicherung, daß ich unschuldig bin an dem Kauf der Hypothek.«

»Meinetwegen ja,« rief der Freiherr mit dem Fuße stampfend.

»So ist es recht,« sagte der Händler beruhigt. »Und wenn ein Unglück geschieht, und Sie die Herrschaft behalten müssen, so wollen wir sehen, was dann zu thun ist. Es ist eine böse Zeit zum Geldleihen, aber ich will Ihnen doch vorschießen die Caution und die Gerichtskosten gegen eine Hypothek auf die Herrschaft.«

Darauf besprach er die Ausfertigung der Vollmacht und seine Reise nach der benachbarten Provinz. Als er den Freiherrn verließ, blieb dieser als ein Spielball entgegengesetzter Stimmungen zurück.

War er verloren, war er gerettet? Eine quälende Sorge kam ihm, daß diese Hypothek sein Schicksal entscheiden würde. Er beschloß, selbst hinzureisen und Ehrenthal nichts zu überlassen. Aber wieder überfiel ihn die Angst, daß er dem Mann jetzt ein großes Vertrauen zeigen müsse, damit dieser auch ihm nicht mißtraue. So trieb er kraftlos in einer See von Gefahren. Die Wellen hoben sich und rauschten gegen sein Leben heran.

Am Abend trat Ehrenthal wieder in die Krankenstube des Sohnes und legte eine für ihn ausgefertigte Vollmacht auf die Bettdecke.

»Kannst du mir jetzt geben deine Hand?« frug er seinen Sohn, der finster vor sich hinstarrte, »ich reise für den Baron, ihm zu kaufen ein neues Gut. Wir haben Alles mit einander besprochen. Hier ist die Vollmacht, die er mir ausgestellt hat; ich werde ihm noch vorschießen ein Capital; wenn er es versteht, kann er wieder werden ein angesehener Mann.«

Bernhard sah mit trübem Auge auf seinen Vater und schüttelte den Kopf. »Das ist nicht genug, mein armer Vater,« sagte er.