»So ist ja wohl sein Name, er soll krank sein.«

»Er wird sterben,« erwiederte Veitel.

»Wann?« frug der Freiherr mit seinen Gedanken beschäftigt, er verbesserte sich aber sogleich: »Was fehlt ihm?«

»Es sitzt hier,« sagte Veitel auf die Brust zeigend, »es arbeitet wie ein Blasebalg; wenn ein Loch reißt, hört der Wind auf.«

Der Freiherr zeigte ein bedauerndes Gesicht, aber er dachte nur, daß er selbst Eile habe. »Der Kranke soll so viel Einfluß auf seinen Vater besitzen, daß durch ihn die Einwilligung des Ehrenthal zu hoffen ist.«

»Was versteht der Bernhard von Geschäften, er ist ein Narr,« rief Veitel, unfähig, seinen Aerger zu verbergen. »Wenn man ihm ein altes Leder hinlegt, das mit Buchstaben beschrieben ist, so giebt er dafür jede Hypothek; er ist unwissend.«

»Wie ich sehe, gefällt Ihnen dieser Weg nicht?« frug der Freiherr rathlos.

Bevor Itzig antwortete, stand er lange nachdenkend, unruhig fuhren die Augen von dem Freiherrn in die Ecken des Zimmers. Endlich erwiederte er mit plötzlicher Freundlichkeit: »Der gnädige Herr haben Recht. Es wird am besten sein, wenn Sie und Ehrenthal an das Bett des kranken Bernhard gehen und dort mit einander abmachen Ihr Geschäft.« Wieder schwieg er eine Weile, und sein Gesicht röthete sich von stürmischen Gedanken. »Wollen der gnädige Herr mir überlassen, Ihnen Tag und Stunde anzusagen, wo Sie am besten sprechen den Bernhard Ehrenthal? Wenn Sie eingetreten sind in's Comtoir, dann werde ich schnell hinaufgehen zu Bernhard und ihm sagen, daß Sie gekommen sind. Unterdeß haben Sie die Gnade und warten Sie im Comtoir, und wenn es dauert eine halbe Stunde, bis ich wiederkomme, warten Sie; was auch der Ehrenthal sagt, und wie er auch schreit, warten Sie doch. Wenn ich Sie hinaufhole, wird Alles in Ordnung kommen, denn was der Bernhard von seinem Vater will, das kann er machen.«

»Ich werde Ihre Nachricht erwarten,« schloß der Freiherr, gepeinigt durch die Aussicht auf den schweren Tag.