»Also Schinken mit Burgundersauce,« rief die Tante. »Aber ich bitte dich, wie wird sich Wohlfart unter diesen Uniformen ausnehmen? Und wie wird er mit diesen Lebemännern fertig werden? Er kann's ihnen nicht gleich thun. Dazu gehört doch wenigstens Geld.«

»Dafür laß ihn sorgen,« erwiederte Sabine fröhlich. »Um den grämen wir uns nicht.«


»Er ist gegangen,« sagte Karl am Abend zu seinem Vater. »Kleine lackirte Glanzstiefeln, ich habe sie geholt. Herr von Fink verbot ihm, Schuhe anzuziehen. Und ein neuer Hut, Alles vom Kopf bis zu Füßen neu. So also sieht man aus, wenn man bei vornehmen Leuten tanzen will.«

»Du möchtest wohl auch tanzen gehen?« frug der Vater.

»Nein,« erwiederte Karl, »aber ich möchte sehen, wie sie's auf einem Balle machen.«

»Sieh in den blauen Mond nebenan, da kannst du es alle Sonntage sehen; es ist bei den Vornehmen auch nicht anders, nur daß sie einander etwas behutsamer anfassen, und außerdem mit Handschuhen.«

»Na, morgen wird's einen guten Staub in den Kleidern geben,« sagte Karl.

»Es ist ein staubiges Vergnügen,« bestätigte der Riese. »Es besteht im Umwenden, es besteht im Springen, man dreht sich zuerst auf die eine Seite und hernach auf die andere. Man versucht sich selber von der Erde zu heben, was immer unmöglich ist. Man wird heiß, man trinkt ein Glas oder auch mehrere und zuletzt wird eine Kußpolonaise getanzt. Wenn man heirathen will, ist das Ding nothwendig. So weit bist du noch nicht, bis dahin hat's noch manches Jahr Zeit.«

»Aber Herr Wohlfart ist auch noch nicht so weit,« erwiederte Karl. »Das wäre eine schöne Geschichte, wenn der jetzt ein Fräulein heirathete mit zwei Schimmeln und versilbertem Pferdegeschirr.«