Schute, die, ein gedecktes Fahrzeug, lang und schmal, mit geringem Tiefgang, zur Beförderung von Personen und Gütern auf Flüssen und Kanälen. Sie sind weder zum Rudern noch zum Segeln eingerichtet, sondern werden getreidelt, teils von Menschen, teils von Pferden; daher der niederländische Name trek-schuit, Zieh-Schute; (der Junge der auf dem Pferde sitzt und es antreibt heißt het jagertje). Sie bildet ein sehr angenehmes Beförderungsmittel. Wer einmal mit einem solchen auf einem holländischen Kanal gefahren ist, der wird zu sagen wissen, wie bequem und gemütlich das geht. Zwar etwas langsam, aber sicher. Auch Röding (1794) nennt sie „bequem‟ und weiß von vielen Arten Schuten in Holland, darunter sogar auch Segelschuten. — Die großen Elbkähne, die von Berlin und anderen Orten die Elbe herunter nach Hamburg kommen, nennt er „Hamburger Schute‟ und beschreibt sie als stattliche Schiffe von 120 Fuß Länge. In und bei Berlin ist der Name heute noch sehr gebräuchlich. Riecke, „Ursprung und Name der Städte Berlin und Köln an der Spree‟ behauptet sogar: „Der märkische Name Schute für Kahn ist vom keltisch-gälischen sguit, ein Boot, abzuleiten.‟ Dagegen spricht aber das frühe Vorkommen des Wortes an der Nordsee. Man möchte daher eher auf niederdeutschen Ursprung schließen. Im Mittellateinischen hieß Schute escauda, das könnte von dem französischen Namen der Schelde kommen, wie denn in der Tat nach einer Urkunde von 1252 ein Schiff, das auf der Scarpe, einem Nebenflusse der Schelde fuhr, scarpoise hieß. — Indessen liegt eine andere Erklärung viel näher. Die Alten haben einem Schiff gerne nach der Bewegung den Namen gegeben. So dürfen wir auch hier annehmen, daß ein von scheten = schießen kommender Stamm schut zu Grunde liegt, indem Schute ein (verhältnismäßig schnell, weil vom Pferde gezogenes,) dahinschießendes Boot ist. — Das Fahrzeug muß schon früh, im Mittelalter, bekannt gewesen sein, wenn man bedenkt, daß es nach der Hamburger Chronik bereits in mittelniederdeutscher Zeit zu einem scherzhaften Vergleich herangezogen werden konnte, die feindlichen Schiffe „weren doch man appelscuten, dar weren se unverzaget vor.‟ — Kilianus hat schuyte, navigiolum, und schuytken = Boot. — In den Niederlanden muß in früheren Zeiten eine schuit so wohnlich gewesen sein, daß der Gedanke in einer solchen zu wohnen kein abenteuerlicher war. Am 14. April 1649 haben die Generalstaaten ein Plakat erlassen gegen de schadelycke ende Moordtdadige Secte van Jesuiten en andere Priesters, Monicken, ende geseiyde Geestelycke of Religieuse Personen, van de Romsche Religie zynde, weil sie die guten Bürger des Landes ihrer gesetzmäßigen Obrigkeit abwendig machten „ende tot moorderye van Prinsen ende Potentaten‟ verleiteten. Sie wurden verbannt, und eine Strafe von 200 Gulden dem auferlegt „in wiens Huysen, Velden, Schepen ofte Schuyten‟ sie ihr Wesen trieben.

Schutzdeck, das, ist ein Deck von Kriegsschiffen, das geschützt ist gegen das Aufschlagen feindlicher Geschosse. Der Schutz wird durch Panzerplatten oder stärkere Stahlplatten, die das Zwischendeck bedecken, gewährt. Dieses heißt daher auch wohl Panzerdeck; das Schutzdeck unterscheidet sich von ihm nur durch die geringere Dicke der Platten.

Schütze, die, s. Schott.

Schwabber, der, ist ein Hilfsmittel beim Deckwaschen und vertritt an Bord die Stelle eines Scheuertuches, ist aber kein Tuch, sondern besteht aus losen Strähnen von Kabelgarn, die oben durch eine Takelung quastenartig mit einander verbunden sind, wie denn überhaupt der Schwapper oder Schwabber mit einer großen langen Quaste Ähnlichkeit hat. Man trocknet damit nach dem Deckwaschen das noch an Deck stehende Wasser auf, indem man damit hin und her fährt. Von diesem Hinundherfahren kommt der Name. Ostfriesisch heißt swäpen mit irgendwelchem biegsamen, elastischen, schwanken und schlanken Gegenstande eine Schwingung, eine Hin- und Herbewegung machen; gotisch sveip, angelsächsisch svap, altnordisch sveip sind Präterita von sveipan, svipan, svipa. Davon kommt auch swäpen, mit der Peitsche schlagen und sweper = Besen und viele andere Wörter, die alle mit Hin- und Herbewegung zu tun haben. Aufschwabbern heißt Wasser mit einem Schwabber aufnehmen. — Französisch (1702) souabre; niederländisch swabber, dweil; englisch swab; dänisch svaber; schwedisch svabb.

schwajen auch schwoien, schwojen = schwingen. Das „Bremer Wörterbuch‟ behauptet, das Wort käme von wehen her. „S wird im Niedersächsischen vielen abgeleiteten Wörtern vorgesetzt zur Verstärkung der Bedeutung, oder eine Heftigkeit der Handlung anzudeuten; slabben von labben = auflecken wie die Hunde; swelen, Gras dörren, von welen = welken; spreden = ausbreiten, von breden. So auch holländisch: slink von link = sinister; swayen, im Winde flattern, von wayen = wehen, slikkern = naschen, von likken = lecken.‟ Wenn das richtig wäre, könnte man sagen, der Ausdruck schwajen käme daher, daß das Schiff vom Wehen (wajen) des Windes herumgedreht oder geschwungen wird. Aber einmal wird solches doch lange nicht immer vom Winde besorgt, sondern öfter noch von der Strömung, von Ebbe und Flut, in Kanälen auch von Menschenhand, und dann ist auch die ganze Bremische Behauptung von dem vorgesetzten verstärkenden s nicht richtig. In allen den angezogenen Beispielen gehört das s vielmehr wesentlich mit zum Stamm, und die Bremer haben sich mit diesem s ebenso geirrt wie mit dem w der niederdeutschen auf wr anlautenden Wörter, von denen behauptet wird: „W vertritt in unserer Sprache oft die Stelle des äolischen Digamma und wird sonderlich oft dem r vorgesetzt, wo andere Dialekte ihn nicht kennen. Alsdann scheint es die Bedeutung des Wortes zu verstärken und demselben eine größere Heftigkeit beizulegen‟. Das verhält sich grade umgekehrt. Das w im Anlaut vor r gehört zum Stamm und ist nicht im Niederdeutschen hinzugefügt, sondern vielmehr im Hochdeutschen abgeworfen. Das Weitere hierüber s. unter Wrack. — Nicht von waijen kommt schwajen, sondern vielmehr von schwingen, dessen Bedeutung es ja auch ganz und voll hat. Im Ostfriesischen heißt es swajen = sich schwingend und schwebend bewegen, einen Schwung, eine Schwingung, Schwenkung, Drehung, Wendung machen, und wird nicht nur von Schiffen und Fahrzeugen, sondern ganz allgemein gebraucht. Doornkaat gibt die Beispiele: „De fögels swajen dör de lücht, he swaide net, as of he 'n bitje anschaten was; de weg swaid bold na links un dan wer na rechts‟, und bemerkt dazu: „Es hat hier in swaj zweifellos ein Übergang oder eine Erweichung vom älteren g in j stattgefunden, so daß der Stamm swaj für swag steht, der selbst aber wieder aus swang entstand ... welches zu schwingen gehört.‟ Die Ableitung von schwingen dürfte richtig sein. Das o in der Schreibweise schwojen mag sich aus der ostfriesischen dunklen Aussprache des a erklären, welche so ziemlich wie o klingt. Am einfachsten hat man die Frage, ob a, ob o in Groningen gelöst, da gebrauchen sie beide Vokale nebeneinander und sagen, um keinem zu nahe zu treten, zwoaien: „Het omkeren van een vaartuig in een Kanaal; is dit smal, dan heft men het op enkele plaatsen verbreed um te kunnen zwoaien; zulk een plaats het (heißt) zwoaiplaats‟, ostfriesisch swaj-wik oder auch kurzweg swaje. — Zu dem Übergang von g in j sei bemerkt, daß derselbe sich noch keineswegs befestigt hat, vielmehr noch im Flusse ist und daß unser Seemann das g bei der Aussprache noch hörbar mitklingen läßt, und zwar als palatales am vorderen harten Gaumen erzeugtes Reibungsgeräusch, also ähnlich wie ch.

Schweinsrücken, der.

1. Eine Untiefe in der Jade vor der Hafeneinfahrt von Wilhelmshaven, neuerdings durch Schlengenwerk befestigt mit der Absicht, dadurch einen günstigen Einfluß auf Strom-, Schlick- und Fahrwasserverhältnisse auszuüben.

2. Bei modernen Schiffen, die eine von der früheren sehr verschiedene Ankergeschirreinrichtung haben, ein schräger Aufbau auf dem Deck im Bug oder auf dem Heck, auf welchem der Anker lagert.

Das Wort erklärt sich im Vergleich mit dem Eselsrücken in der gotischen Baukunst: von der Gestalt.

schwellen. Im Binnenlande spricht man von schwellenden Segeln, sagt auch dichterisch, daß sich die Segel zur Fahrt schwellen. So gerne nun der Seemann es sieht, wenn sie das tun, seemännisch ist der Ausdruck nicht. Man wird niemals einen wirklichen Seemann von schwellenden Segeln reden hören. Solch dichterische Sprache vermeidet er geradezu ängstlich. Er sagt: „volle Segel.‟