trekken, s. treideln.

Trempel, s. Drempel.

trensen heißt teils zur Verstärkung, teils des besseren Aussehens wegen um ein Tau ein anderes dünneres so herumlegen oder schlängeln, daß letzteres den Raum zwischen den Kardeelen des ersteren, die Vertiefungen, ausfüllt. Ankertaue wurden, Wanttaue werden zur Verstärkung, Sceptertaue des besseren Aussehens wegen getrenst. — Das Wort ist schon früh aus dem Spanischen gekommen, wo trenzar flechten heißt. Kilian hat es als trensse = funiculus, vinculum reitinaculum equorum, also als Trense im Sinne von Pferdezaum, vom spanischen Substantivum zu trenzar trenza die Flechte, Zopf, trenzado geflochtener Zopf an den Mähnen der Pferde. — Im seemännischen Sinne bei Aubin 1702: emmieller un étai = een stag trensen; tusschen de staagen met dunne draaden woelen‟ (s. Wuhling).

Tresidderplatte, s. Panzerplatte.

Trift, s. Abtrift und Seetrift.

triftig ist das Schiff, wenn es treibt (s. treiben). Seetriftige Güter sind solche, die auf der See treiben oder von der See an die Küste getrieben werden. Hanseatische Urkunde von 1513: „vorder schal unde mach de copmann schipbrochich affte zeedriftich gut sulvest bergen effte bergen laten.‟ Ditmarsische Urkunde von 1384: „Se scholen hebben den drudden del des ghudes, dat drifftich worden were.‟ Bremer Urkunde von 1564: „Jacob R. sy mt synem bochsprede inn ohre houwet tow gedreuen, dar her also se beide thosamende drifftich gewurden vnde inn grundt gedreuen weren.‟

trimmen heißt: „in Ordnung bringen.‟ „Die Segel trimmen‟, sie in gebrauchsfähigen, ordnungsmäßigen Zustand versetzen; „Kohlen trimmen,‟ sie richtig in den Kohlenbunkern unterbringen. — Von dem englischen trim mit deutscher Endung weiter gebildet und erst in neuerer Zeit, unter der Herrschaft des Dampfes siegreich durchgedrungen. Angelsächsisch trymian, trymman, befestigen, fest machen, in Ordnung bringen; trum = stark, fest, englisch to trim, „to put in due order for any purpose.‟ Auch im übertragenen Sinne: „Leute trimmen,‟ gut einexerzieren, gut auf eine Sache einüben; „seine Leute gut im Trimm haben.‟ — Einen besonderen Sinn hat Trimm in der Verbindung Trimmberechnung. Diese hat den Zweck, die Tauchungsänderung eines Schiffes vorne und hinten bei Verschiebung von Gewichtung in der Längsrichtung zu berechnen, und Trimm hat hier die Bedeutung von trim = „to adjust, as a ship or boat, by arranging the cargo or disposing the weight of persons or goods so equally on each side of the centre and at each end that she shall sit well on the water and sail well. A vessel is said to be trimmed by the head or by the stern respectively when the weight is so disposed as to make her draw more water towards the head than towards the stern, or the reverse.‟

trissen nannte man bei der ausgestorbenen Blinde das, was man bei anderen Rahsegeln brassen nennt. Mittelniederdeutsch trisse, trysse, tritse = Winde; s. Schiller und Lübben, Mittelniederdeutsches Wörterbuch IV. 613; trissen drehen, schwingen, winden. Erhalten ist das Wort im niederdeutschen triseln, herumlaufen, taumeln, schwindeln, und drüseln, zaudern, zögern, ostfriesisch trüseln und triseln, unsicher, hin und her wankend gehen, hin und her wanken und schwanken, wie ein Ohnmächtiger oder ein Betrunkener. Also: „hin und her bewegen.‟

Trompetenstek s. Stek.

Troier, der, das Flanellhemde, das unsere Kriegsschiffsmatrosen auf der bloßen Haut tragen, vorn auf der Brust mit einigen blauen Streifen besetzt. — In Ostfriesland heißt (Doornkaat III 437) tröje, troi eine gestrickte wollene Unterjacke für Männer, ohne Knöpfe, die als Bluse oder Hemd über den Kopf angezogen wird. Im Groningenschen heißt so eine gestrickte Weste „een gebreide mansborstrok, die de plaats vervult van hemdrok.‟ Schon beim Teuthonista kommt das Wort für Jacke vor in der Form troye. Auch sonst häufig in mittelniederdeutschen Urkunden z. B. in einem Stendaler Privileg der Kürschner und Schneider vom Jahre 1346: „vortmer we eyn werk sick bededingeth tu makende mit bomwullen als eyn troye edder des ghelik, maket de schroder dat wandelbar, dat schal he beteren mit dren schillingen‟ oder in der Lübecker Chronik: „des blef de reise na, unde dar ward af achter en pels unde vor en troye.‟ Das „Bremer Wörterbuch‟ bemerkt, daß troje, troye in einer alten Urkunde als eine Waffenrüstung vorkam, ein Koller oder Brustharnisch. In der Tat steht in einem Oldenburger Statut von 1345 ... „zinen helm ofte ysern hut, zine yseren huven, zine troyen, zine armeleden.‟ Und weiter: „en iewelk lantman ... schal hebben to ewighen tyden ene troyen, enen ysern hud, en par wapenhanschen, enen schilt, ene worpbarden vnde enen peck van zestein voten vnde kortere nicht.‟ Aber auch hier bedeutet troye offenbar weiter nichts als Wams, etwa ein Lederwams, wie es eben damals Bauern und andere Leute, die den Krieg nicht rittermäßig im Brustharnisch führten, zu tragen pflegten. Diese Verwendung von troye hilft also nicht bei der Erklärung, und der Versuch Doornkaats, es vom althochdeutschen triuwa, bezw. von tro, troi in der Bedeutung fest, sicher abzuleiten, leuchtet nicht ein. — Mittelhochdeutsch troie = Wamms: Dafür führen nach Diefenbach Schiller und Lübben IV. 614 eine Form triplois auf. Dies könnte auf eine Spur führen. Da neben triplois gleichzeitig diplois steht, so ist anzunehmen, daß damit die Qualität und Herstellungsart des Stoffes, aus dem der troie gemacht war, angedeutet werden soll, wie man im Deutschen von fünfschäftigem Zeug oder im Französischen von taffetas deux bouts spricht. Es kann also triplois ein dickes, warmes, mit drei doppelten Wollfäden gestricktes Wams gewesen sein, und aus triplois wird beim Übergang ins Mittelhochdeutsche durch Schwund der mittleren, unbequemen Buchstaben so gut troie, zunächst troi, geworden sein, wie aus paraveredus Pferd geworden ist. — Das r am Schlusse von Troier hat sich erst beim Übergang aus dem Neuniederdeutschen ins Neuhochdeutsche aus Unkenntnis des Ersteren hinzugefunden.