Trosse, die, auch Troß, ist ein besonders dickes, starkes, langes Tau aus Hanf, Manilahanf (dann auch Manilaleine genannt) oder Draht, das zum Verholen von Schiffen und auch sonst überall da gebraucht wird, wo viel zu halten ist, z. B. wenn ein Schiff sich an ein Bollwerk legt. — Das Wort kommt im Mittelniederdeutschen für ein Tau vor, das außerhalb des Wassers gebraucht wird, wie es im Lübischen Zunftrecht heißt: „Vorthert warckgarne dat schal nen reper slan tho kabellen, to waterthowen, anders nergent to men tho trossen.‟ — Niederdeutsch — ostfriesisch — niederländisch versteht man unter tros, trosse ein Bündel oder Büschel von Beeren; Weiland: „tros = een bundel van onderling vereenigde dingen: een groote tros druiven.‟ Die Bedeutung vereinigt sich mit der Trosse der Seemannschaft in dem Begriffe binden, zusammenbinden. Daher mittelhochdeutsch trossen = packen, Gepäck zusammenbinden und aufladen (woher Troß, Troßknecht). Neufranzösisch trousser, altfranzösisch torser, provençalisch trossar, italienisch torciare: zusammendrehen, festbinden, vom lateinischen torquere. Mittellateinisch trossa, das Heubündel, Strohbündel, spanisch troza, Seil zum Binden.
Trysegel, das, ist der zuweilen, neuerdings besonders auf Lustjachten, gebrauchte, dem Englischen entnommene Ausdruck für das deutsche Schratsegel. Wegen der vorherrschend dreieckigen Gestalt dieser Segel dürfte das Wort auf irgend eine Weise mit dem lateinischen tres, tria zusammenhängen.
tublocks. Wenn man an einer Talje so lange holt bis es nicht weiter geht, so ist der eine Block an den andern gekommen, man hat die Talje also „Block an Block‟, „tublocks‟ geholt. Damit ist das Holen zu Ende. Soll es weiter gehen, so muß eine neue Talje aufgeschlagen werden. Daher die übertragene Bedeutung: „ich bin mit meinem Gelde tublocks, ich bin mit meinen Zigarren, mit meinen Vorräten tublocks.‟
Tümmler, der.
1. Der Stehauf, ein schwankendes, taumelndes, sich von selbst aufrichtendes und aufstellendes Glas, englisch tumbler.
2. Der Delphin, wegen seiner eigenartigen Bewegung, die ihn öfters als einen Taumelnden, Sichdrehenden sichtbar an der Oberfläche des Wassers erscheinen läßt. Daher ein Seesoldat scherzweise ein Tümmler genannt wird, wohl wegen des taumelnden Ganges an Bord in Folge der mangelnden „Seebeine‟.
Türkischer Bund, Knoten s. Knoten.
Turm, der. Unter Turm versteht man in der modernen Seemannssprache einen gepanzerten oder geschützten turmartigen Aufbau. Derartige Türme dienen auf unseren Panzerschiffen zum Schutze besonders wichtiger Stellen. Man unterscheidet hauptsächlich Kommandotürme und Geschütztürme. Erstere schützen den Kommandanten und die ihn im Kommando Unterstützenden, sowie die Kommandoapparate oder -elemente, besonders auch die Leitungen der elektrischen Befehlsübertragungen. — Die Geschütztürme schützen die Kanone mit ihrer Mannschaft. Sie sind meist so eingerichtet, daß, um die Geschütze zu richten, nicht diese selbst gedreht werden, sondern es wird der Turm, in dem die Kanone steht, bewegt. Man hat, nach ihren Erfindern benannt, verschiedene Türme, den Coles'schen, den Ericson'schen, den Napier'schen Panzerturm. Der Barbetteturm, auch kurz Barbette genannt nach der heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Artilleristen, hat die Eigentümlichkeit, daß seine Geschütze „über Bank‟ d. h. über den Rand der Turmwand hinweg schießen.
Twist, der, heißt die Wischbaumwolle die, besonders in der Maschine, zum Wischen, Putzen, auch zum Abwischen der von Maschinenöl beschmutzten Hände, benützt wird. Ursprünglich ein Garn, zweimal gedreht; dann überhaupt gedreht, verwickelt, zusammengeballt. Das niederdeutsche twist heißt auch Zwist, Zwietracht, es steckt immer die Zahl zwei, twe darinnen, wie in Zwieback, zwiespältig, zwiefach; „twie in dem jare‟, zweimal im Jahre, sollten nach dem Lagerbuch des drosten Jakob van der Sprecken vom Jahre 1428, die Herren bei ihren „belenden luden‟ einkehren.