Weirpumpe s. Pumpe.

wenden s. halsen.

Wettergalle, die, besondere weißliche Wolkenformation, Vorbote bald eintretendes Windes (Windgalle) oder Regens (Regengalle). Es hängt wohl mit gäl = gelb zusammen, denn die Farbe ist mehr gelb wie weiß, unter Umständen sogar grünlichgelb, sodaß an Verwandschaft mit unserer hochdeutschen Galle zu denken ist. Das Wort ist aber wenig gebräuchlich.

Wieling, die, ist eine Vorrichtung zur Vermeidung des Schamfilens, nämlich ein rund wie ein Kranz gedrehtes (und dann wohl mit Leder bezogenes) Stück alten Tauwerkes; neuerdings einfach ein rundes, ausgepolstertes Ledersäckchen. Es wird ehe das Boot anlegt an einem Stückchen Leine außenbords getan, damit das Boot, wenn es der Landungs- oder Fallreepstreppe nahe kommt, sich seine Farbe nicht abreibe. Setzt das Boot ab, so werden die Wielings eingenommen; es ist ein großes seemännisches Vergehen, ein Boot mit einer Wieling außenbords hängend fahren zu lassen. Der Name kommt offenbar von der Gestalt, die in einfachen Verhältnissen und Zeiten einen Kranz, eine Wurst, ein Rad bildete; niederländisch wiel, ostfriesisch wel, englisch wheel mit niederdeutscher Endung.

Wimpel, der, eine lange, gespaltene, schmale Flagge, so schmal daß man eigentlich kaum von einer Flagge reden kann und eben darum Wimpel sagt. Er wird am Großtop als Kommandozeichen eines Kommandanten, der nicht Admiral ist, gehißt und weht seiner Leichtigkeit wegen leicht aus. Wenn ein Schiff von einer langen ausländischen Reise heimkehrt, so gestaltet sich das Kommandozeichen zu einem Freudenzeichen, dann wird der Wimpel so weit verlängert, daß er über das ganze Schiff hinwegwehend bis ans Wasser reicht; das ist der Heimatswimpel. — Im Mittelniederdeutschen hieß wimpel, auch wumpel, zunächst der Schleier als Kopfbedeckung; so heißt es im alten Rigaer Stadtrecht: „et ne mach neyn vrowe copen got ane eren vormeunt .. sunder wimpele unde strickitte.‟ Besonders hieß wimpel auch der Nonnenschleier. Sodann aber nannte man so eine lange schmale, schleierähnliche Fahne; Lübecker Chronik: „Se slugen se in de vlucht unde nemen en twe hoftbanren und twe wumpel myt S. Andreas cruce getekent.‟ — Bei der Erklärung ergibt sich eine Schwierigkeit, nämlich eine unbequeme Übereinstimmung des Hochdeutschen mit dem Niederdeutschen in Bezug auf das p; das Wort müßte hochdeutsch eigentlich wimfel heißen, wenn es niederdeutsch wimpel heißt; es heisst aber althochdeutsch wimpal, mittelhochdeutsch wimpel. Vielleicht liegt eine nasalierte Form aus der Wurzel vom wippen, „sich hin und her bewegen‟ vor, so daß also Wimpel sowohl im Sinne von Flagge wie von Schleier etwas leicht vom Winde hin und her Bewegtes wäre.

Windas, die, ist eine Art von Spill um Anker zu lichten und sonstige schwere Lasten zu bewegen. As ist = Achse; es liegt, wie auch in Achsel, der Begriff einer Bewegung, einer Drehung zu Grunde. Eben durch eine drehende Bewegung windet man mit dieser Windas die betreffende Last. Und zwar steht diese Achse nicht wie bei einem Gangspill, sondern sie liegt horizontal und dreht sich wie ein Bratspieß, daher sie auch Bratspill genannt wird.

Windflagge = Windstander, s. Verklicker.

Windreep, das, bekannter unter dem Namen Stängewindreep, ist das Reep oder Tau mit dem die Stänge aufgewunden wird. Es fährt vom Eselshaupt durch den Fuß der Stänge wieder zum Eselshaupt und von da an Deck, wo es mit einer Talje, Stängewindreepstalje, bedient wird.

Windsack, der, ist eigentlich kein Sack, sondern ein Schlauch und wird auch Windsegel und Luftsack genannt. Er wird über die Höhe der Reling hinaus gehißt, fängt hier den Wind auf und leitet ihn durch die Luken in die unteren Räume des Schiffes. Da die unter Wasser liegenden Teile der natürlichen Lüftung ganz entbehren müssen, so ist die künstliche von großer Wichtigkeit. Daher ist man bald darauf verfallen, neben den Windsäcken, die nur ein Notbehelf sind, feste Ventilatoren mit nach dem Winde drehbaren Köpfen einzubauen. Besonders notwendig sind diese für solche Räume, in denen sich giftige Gase entwickeln. — Seitdem die Maschine eine so große Rolle spielt, mußte man für besonders reichliche Zufuhr von Luft für die Feuer unter den Kesseln künstlich sorgen und hat besondere Einrichtungen hierfür getroffen; je nachdem es sich dabei um die Zufuhr von oben oder von unten durch einen besonderen Kanal handelt, spricht man von Oberwind oder von Unterwind und dementsprechend von Oberwindluftzuführung und Unterwindluftzuführung; Oberwindzuführung und Unterwindzuführung würde aber genügen.

Windstärke, die, wird noch immer nach einer Skala bezeichnet, die zur Zeit der Segelschiffahrt und mit besonderer Rücksicht auf sie von dem Kommandanten des englischen Kriegsschiffes „Woolwich‟, Beaufort, im Jahre 1805 ersonnen worden ist und nach ihm Beaufort-Skala genannt wird. Er ist von der Vollschiffstakelage eines Kriegsschiffes ausgegangen und berechnet die Stärke des Windes bei den geringen Graden nach der Fahrt des Schiffes, bei den höheren nach der Möglichkeit der Segelführung. Darnach ist