„Was denn?“ fragte der Indianer.

„Das sage ich dir nicht.“

„Das willst du mir nicht sagen? Warum nicht?“

„Weil du es nicht verstehst. Aber nun geh und sattle mir mein Pferd; wir haben heute viel zu tun.“

Majull bedankte sich für das Armband und ging. Als er im Stall bei dem Pferd angelangt war, murmelte er, wie er das oft tat, vor sich hin: „Sollte mich nicht wundern, wenn es etwas mit dem Kinde zu tun hat! Sie ist anders als die andern alle. Wer von all den andern würde sich so um ein Kind bemühen, wie sie?“ Dann nahm er das Armband aus der Tasche und betrachtete es prüfenden Blickes von allen Seiten. „Es ist echtes Gold,“ sagte er, „Klaschimba wird sehr stolz darauf sein. Keine der Indianerfrauen hat ein so gutes Armband.“

Auf ihrer gewohnten Rundreise zu den verschiedenen Indianerhütten sagte Ina plötzlich zu Majull, während die beiden langsam nebeneinander ritten: „Majull, wie sagt man in deiner Sprache „ich habe dich lieb“, ich möchte das gern wissen.“

„Warum willst du es wissen?“

„Ich will das einer Freundin in einem Brief schreiben. Sie hat mich gebeten, ich solle ihr doch einmal ein paar indianische Worte schreiben.“

Es war die volle Wahrheit, die Ina sagte. Es hatte wirklich eine Freundin diese Bitte in einem Brief ausgesprochen. Daß aber Ina gerade die Worte „Ich habe dich lieb“ übersetzt haben wollte, hatte seinen besonderen Grund.