Majull schien so etwas zu ahnen. Die Indianer fühlen fast immer richtig heraus, wie Worte gemeint sind, die jemand zu ihnen spricht. Majull sagte aber nichts, er sah seine errötende Begleiterin nur ein wenig argwöhnisch von der Seite an. Dann sagte er: „Ich liebe dich, heißt in unserer Sprache nilchnscho!“

„Das kann doch nicht recht sein,“ meinte Ina.

„Gewiß, ich werde dir doch nichts Verkehrtes sagen, wenn du mich fragst? Ich sage dir immer die Wahrheit.“

Ina meinte einen tadelnden Ton herauszuhören, als Majull die letzten Worte sprach, sie hatte nämlich den argwöhnischen Blick aufgefangen, den Majull kurz zuvor auf sie geworfen hatte. „Du hast mir aber nur ein Wort gegeben, und ich habe dich nach drei Worten gefragt. Ich — liebe — dich; wie übersetzt man diese drei Worte in eure Sprache?“

„Ich liebe dich, heißt nilchnscho. In diesem einen Worte sind deine drei Worte enthalten.“

Ina war noch nicht zufrieden.

„Wie heißt ich?“ fragte sie.

„Ich heißt schi.“

„Und wie heißt dich?“

„Dich heißt ni.“