„Wo wohnt Kodaggo?“ fragte Ina.
„Er wohnt hier auf dem Hügel.“
„Dann geh zu ihm und bitte ihn um die Schachtel. Sage ihm nur, ich wolle sie haben. Ich kenne Kodaggo und er kennt mich.“
„So?“ fragte Majull, „seit wann kennst du Kodaggo?“
„Das sage ich dir ein andermal. Jetzt ist dazu keine Zeit. Eile und bringe mir die Schachtel.“
Nach einigen Minuten kehrte Majull zurück und brachte das Gewünschte. Ina nahm die Schachtel Sie war schwer. Als sie dieselbe öffnete, sah sie, daß die Schuhe noch in der Schachtel lagen.
„Majull,“ rief Ina, „ich will doch nur die Schachtel, nicht auch die Schuhe.“
„Das habe ich Kodaggo gesagt. Kodaggo aber meinte, du wollest die Schuhe, die Schachtel sei doch nichts wert, mit der könnest du nichts anfangen. Er sagte aber, du könntest die Schuhe haben, weil du ihn darum gebeten hättest. Er war gleich bereit, sie herzugeben.“
Ina lächelte gerührt. „Hier,“ sagte sie und reichte Majull die Schuhe hin, „bringe sie dem guten Kodaggo zurück und sage ihm, ich brauche nur die Schachtel und ließe ihm schön dafür danken. Dann aber komm gleich zurück und hilf mir.“
Als Majull zurückkehrte, hatte Ina bereits mit ihrem Taschenmesser zwei Streifen aus der Schachtel herausgeschnitten. Mit Hilfe derselben wurde nun der Arm geschient, und als alles fertig war, in eine Schlinge gelegt. Majull hielt das kranke Glied. Ina besorgte das weitere. Elinontis verzog keine Miene, ihre Augen hingen an der Frau, die ihr diente; sie schaute mit keinem Blick auf die an ihrem Arm arbeitenden Hände. Die kranke Mutter, die sich heute, wie schon seit etlichen Tagen etwas wohler fühlte, saß aufrecht in ihrem Bett und schaute ebenfalls aufmerksam zu. Aus ihren Augen sprach Befriedigung.