„Darum brauchen die Bücher nicht notwendig gut zu sein.“
„Die weiße Frau sitzt jeden Morgen früh vor ihrer Tür und schaut in die Bücher hinein. Ich habe Kodaggo gefragt, warum sie das tut. Er hat geantwortet, sie lese darin.“
„Was ist das, lesen?“
„Das weiß ich nicht. Aber man lernt es in der Schule. Kodaggo hat es gesagt. Ich will es lernen. Es ist etwas Gutes. Ich will in die Schule gehen.“
„Ach ja, du wirst wohl müssen,“ seufzte die Mutter. „Du bist jetzt schon im siebenten Jahre. Wenn die Schule wieder anfängt, wird wohl eines Tages ein Polizist kommen und dich holen.“
„Ich werde nicht warten bis der Polizist kommt. Ich lasse mich nicht von dem Polizisten in die Schule bringen. Ich gehe in die Schule, weil ich will.“
„Weil du willst?“ Die Mutter schüttelte den Kopf, während sie diese Worte sagte. „Wie töricht du redest! Kein Kind geht in die Schule, weil es will; sie gehen alle, weil sie müssen.“
„Ich aber nicht. Ich gehe, weil ich will. Kodaggo auch. Kodaggo geht ganz weit weg in eine große Schule. Und wenn er zurückkommt, bin ich schon groß und Kodaggo ist dann gerade so klug wie die weiße Frau. Er hat mir das gesagt.“
„Und du willst mich ganz allein lassen?“
„Nein, ich komme jeden Abend nach Hause, und jeden Morgen, ehe ich fortgehe, hole ich dir Wasser.“