„Das laß meine Sorge sein,“ sagte Ina, „sie werden es lernen und gerne tun. Ich bringe Ihnen etwas, was sie willig macht.“
„Was ist das?“ fragte scheinbar sehr interessiert der Indianer.
„Das wirst du schon ausfindig machen, wenn du erst eine Weile mit mir zusammen gewesen bist. Aber nun nimm deinen Polizistenstern ab. Du kannst ihn unter deinem Rock tragen, so daß ihn niemand sieht, aber nicht auf dem Rock. Du gehst mit mir, um mir mit deiner Kenntnis der englischen Sprache zu dienen, um mir zu zeigen, wo die Indianer alle wohnen, um mir zu helfen, wo ich Männerhilfe brauche, aber nicht als Polizist.“
„Du gefällst mir,“ sagte der Indianer, „ich will jetzt an meine Arbeit gehen.“ Aber zuvor löste er den großen silbernen Polizistenstern von seinem Rock, knüpfte letzteren auf und befestigte den Stern an seinem Hemde. Dann knöpfte er den Rock wieder zu.
„So gefällst du mir auch,“ sagte Ina. Der Indianer lachte und ging. Er drehte sich aber noch einmal um und rief Ina zu: „Wie heißt du?“
Ina nannte ihren Namen und setzte hinzu: „Aber du mußt mir auch deinen Namen sagen, denn Herr ‚Polizist‘ werde ich dich nicht nennen.“
„Ich heiße Majull,“ sagte der Indianer und ging in den hinter dem Hause gelegenen Stall.
Ina kehrte in ihr Zimmer zurück und machte sich reitfertig. Einen für den Westen, wo die Frauen nach Art der Männer reiten, passenden Reitrock hatte sie sich schon im Osten herstellen lassen, einen großen Sombrero hatte sie sich in El Paso gekauft, wo sie etliche Stunden Aufenthalt gehabt hatte, — eine leichte seidene Bluse und ein buntes Band um den Hals vervollständigten den anmutigen Anzug der Dame.