Als Majull mit den beiden Pferden zurückkam, betrachtete er Ina mit Wohlgefallen, und sagte wieder: „Du gefällst mir, du siehst auch hübsch aus, wenngleich du ein weißes Gesicht und blaue Augen hast. Alle andern weißen Frauen hier sind häßlich. Sie gleichen den Gänsen, die hier im Herbst vom Süden her durchkommen, sich in unserem Flusse baden und von uns geschossen und verspeist werden. Dabei denken wir der alten Zeiten, wo der rote Mann noch den weißen Mann und dessen Frauen niederschießen konnte. Heute können wir das nicht mehr; unsere Kraft ist gebrochen, des weißen Mannes Gewalt ist über uns.“

„Warum sagst du mir das?“ fragte Ina.

„Damit du dich nicht vor uns fürchten sollst.“

„Ich fürchte mich nicht vor euch.“

„Aber die andern fürchten sich.“

„Wenn ich mich vor euch fürchtete, wäre ich nicht zu euch gekommen. Ich habe euch lieb. Aber ihr fürchtet euch vor mir.“

„Wieso?“ fragte Majull.

„Heute morgen war ein kleines Mädchen am Brunnen. Sobald sie mich sah, lief sie davon. Sie hat nicht mal erst Wasser geschöpft. Da ist sie wieder,“ rief Ina hastig und sichtbar freudig überrascht. Sie wies auf ein kleines Mädchen, das aus einer Hütte gekommen war, der sie sich näherten. Sobald die Kleine Ina erblickte, lief sie schnurstracks davon und war schnell zwischen dem Gestrüpp, das dort reichlich wuchs, verschwunden.

„Wer ist die Kleine?“ fragte Ina ihren Begleiter.