»Dann aber morgen in aller Frühe, noch ehe er von Hause fortgeht.«
»Es nützt Euch alles nichts,« versetzte Gottfried bitter und bestimmt, »so wie ich den Bauern kenne, führt er seinen Vorsatz aus. Schon um den Tiefenbach zu vernichten, tut er’s.«
»Ja, aber,« fuhr Konrad auf, »wir müssen auf jeden Fall diesen Verrat verhindern. Der Freihofer könnte zwar noch in dieser Nacht fliehen, aber alle andern lassen sich nicht so schnell benachrichtigen, und der Name Rehefeld wäre für alle Zeiten geschändet. Was meint Ihr denn, Gottfried, was da am besten zu tun ist?«
Da hob dieser seinen Körper ein Stück in die Höhe, daß sein Mund an Konrads Ohr lag und flüsterte diesem ein paar Worte zu. In demselben Augenblick fuhr Konrad erschreckt zurück, als wenn er einen heftigen Schmerz verspüre.
»Gibt es einen andern Ausweg, Bauer?« fragte Gottfried.
Konrad sah eine lange Weile mit finsterm Blicke vor sich nieder, dann sagte er mit dumpfer Stimme und mit Nachdruck:
»Nein, es gibt keinen andern!«
Da kam wieder Bewegung in den Liegenden und er schob sich behutsam auf dem Ast zurück.
»Frank ist riesenstark,« rief Konrad dem schon Hinabkletternden noch zu.
»Geht schlafen, Rabensteiner,« gab dieser zurück, »die Nacht ist gräßlich!«