»Ich brauche es wohl nicht erst auszusprechen, daß Dir, solange Du es wünschest, alles in bisheriger Weise zur Verfügung steht.«
Der Angesprochene schien verwirrt durch dieses Anerbieten. Er sah einen Augenblick vor sich nieder, dann sagte er:
»Du bist sehr gütig, Bruder. Aber ich gehöre ebenfalls auf den Freihof.«
Der Freiherr blieb regungslos.
»Wie Ihr wollt. Trefft Eure Anordnungen für die Überführung Euers Eigentums nach Euerm neuen Heim. – Noch eine Frage: Glaubt Ihr, noch einen Anspruch an mich zu besitzen, oder ist Euch das geworden, was nach des Vaters Willen und den Gesetzen Euch geziemt?«
Die Brüder erklärten sich für abgefunden.
Während dieser Worte waren die Herren aufgestanden. Der Freiherr und Herr Oskar standen einander gegenüber, hinter diesem stand Herr Egbert.
Sekunden vergingen, ohne daß einer von ihnen das Schweigen brach. Das Abschiednehmen schien allen schwer zu fallen.
Ich beobachtete Herrn Oskar; der volle Schein der Lampe fiel auf sein Gesicht. Er dachte wohl an den teuern Toten, der an diesem Tische so oft gesessen hatte und dessen Wunsch es immer gewesen war, die Brüder einträchtig zu sehen.
Seine Blicke schweiften im Zimmer umher und hafteten bisweilen längere Zeit auf einem Gegenstand, ehe sie weiter glitten.