Ihre Hochzeit sollte ohne laute Feier stattfinden, denn der Ernst des Tages ließ keine sprudelnde Fröhlichkeit aufkommen.

Als Max das Schloß betreten hatte, wurde er von Marias Tante empfangen, die ihn davon benachrichtigte, daß ihn die Braut schon erwarte. Schnell begab sich Max nach der Geliebten Zimmer. Schon streckte er die Hand aus, die Tür zu öffnen, da hörte er Maria drinnen mit ihrer herrlichen Altstimme dieselbe schwermütige Weise anstimmen, die die Mädchen im Dorfe in diesen Tagen so oft sangen:

Eng im Glanz des Mondenschein

Hielt die Liebste er umschlungen,

Leis zu ihren Schelmerein

Hat Frau Nachtigall gesungen.

Stehe still, o Wonnezeit,

Holde Zeit der Lust und Freude!

Doch wie schnell weicht Seligkeit,

Kehrt sich Lust zu bitter’m Leide.