Das Mädchen lachte so herzlich, daß ihm Tränen in die Augen traten.
»Nein,« rief sie jubelnd, »so ein Stadtherr. Ist mit mir eine halbe Stunde zusammen, spricht fortwährend zu mir und weiß nicht einmal wie ich heiße!«
Da überflog ihr Gesichtchen mit einem Male wieder der altkluge, ernste Zug, als sie vorwurfsvoll fragte:
»Ja, Herr von Friesen, warum fragen Sie mich denn eigentlich garnicht wie ich heiße?«
Jetzt kam ihr Friesen mit der Heiterkeit aber zuvor. Aber diesmal lachte nur er. Seine Nachbarin schien nicht zu verstehen, was seine Fröhlichkeit herausforderte.
Sie wurde noch um einen Grad ernster und sagte:
»Ich bin nämlich die Elisabeth.«
Und als Friesen mit ihrem zunehmenden Ernst noch ausgelassener wurde, wiederholte sie beinahe feierlich:
»Ja gewiß, Herr von Friesen, ich bin Elisabeth von Tiefenbach!«
Der aber, dem diese Beteuerung galt, verlor auch noch den letzten Rest von Beherrschung. Er lachte, daß ihm die Tränen über die Wangen liefen und machte mit der Hand eine abwehrende Bewegung, als ob er es verhindern wolle, daß das Mädchen weiter spreche. Schließlich stimmte auch Elisabeth wieder in die Fröhlichkeit ein, als sich plötzlich die Tür öffnete und Max ins Zimmer trat.