»Guten Tag, Bäuerin,« grüßte Konrad und zog mit umständlicher Bewegung die Tür hinter sich fest ins Schloß.

»Willkommen, Konrad,« klang es zurück. »Es ist mir lieb, Gesellschaft zu bekommen, denn die Kinder sind mit dem Schlitten draußen. Kurz nach Mittag sind sie fortgefahren, und ich erwarte sie bald zurück. Wie geht es der Mutter?«

»Ich danke für die gute Nachfrage, sie ist wohlauf und läßt Grüße bestellen.«

Mit diesen Worten war der Rabensteiner, der alten Frau zunickend, zu dem mächtigen Ofen getreten und legte mit Behagen die erstarrten Hände daran.

Dann blieb es eine kurze Weile still. Draußen begann sich allmählich die Dämmerung herabzusenken und erfüllte das Zimmer mit unsicherm Licht.

Die Freihoferin sah nach dem Fenster, dann warf sie, als das Schweigen andauerte, einen raschen Blick zu dem Mann hinüber, der sich stumm am Ofen zu schaffen machte und nicht von den großen, braunen Kacheln aufschaute.

Noch immer die Hände reibend, hob Konrad endlich an:

»Wie lange wird’s noch so gehen? So lange ich denken kann, hatten wir noch keinen solchen anhaltenden Winter. Wenn es doch bald besser werden wollte. Ich wünschte, der viele Schnee verschwände mit einem Male.«

»Ich fürchte mich vor einem plötzlichen Temperaturwechsel bei solch einem Schneereichtum,« versetzte Frau von Tiefenbach. »Schnelles Tauwetter bringt zuweilen Gefahren.«

»Das ist freilich richtig,« antwortete Konrad einsilbig.