Eine Pause entstand.
»Was man von Berlin hört, ist recht erfreulich,« begann er wieder. »Gebt acht, wenn uns Heil widerfahren soll, kommt es von der Spree her. Bei uns sind doch alle nur Nachtmützen.«
»Du hast Recht, Konrad. Hierzulande ist man schläfrig und denkfaul. Soviel Schnee draußen liegt, so viel müßiges Geschwätz ist in der Leute Mund. Aber vernünftig denken oder gar erst handeln tut keiner.«
Der am Ofen gab keine Antwort, aber er rieb und knetete seine Hände, daß die Finger krachten.
Wieder gab es eine Pause.
Die Erwartung der Freihoferin stieg immer höher, aber sie verriet mit keinem Zeichen ihre Ungeduld. Nur mußte sie mehr als einmal verstohlen hinübersehen, nach dem jungen Mann, der ihr heute so seltsam erschien.
Da wandte sich Konrad plötzlich um und trat zum Tische. Mit einer ungeduldigen Bewegung zog er einen der schweren Stühle vor sich hin, beugte sich weit über die hohe Lehne und sah der Freihoferin mit unsicherm Blick in das Gesicht.
Langsam und mit belegter Stimme, gleichsam die Worte abzählend, sprach er dann:
»Bäuerin, ich muß Euch um etwas fragen. Seit mehr als einem Jahr schon liegt es mir auf der Brust und preßt mir fast das Herz ab. Jetzt kann ich es aber nimmer ertragen. Sagt, Freihoferin, wollt Ihr mir Euer Liebstes, das Ihr habt, anvertrauen? Ich verspreche Euch – –«
Hier brach Konrad ab. Er wollte zwar mehr sprechen, aber die Worte erstarben ihm auf der Zunge, bei dem Anblick, den die Frau vor ihm bot.