»Deine gesunden Knochen sind Dir wohl zu lieb? Junge, weißt Du denn nicht, wessen Leben es gilt, he?«

Der Gescholtene aber zuckte verzweifelnd die Achseln und sagte dumpf:

»Sie ist schon zu nahe am Wasser, ich schaff’s nicht mehr, – – es ist zu spät!«

Da lachte das Weib schrill auf und schrie:

»Du Hasenfuß!«

Im nächsten Augenblick sprang sie in den offenstehenden Stall, und Konrad hörte, wie die Kette am Stande des Fuchses niederrasselte. Dann dröhnte das Stampfen des Pferdes von dem steinernen Belag der Stallgasse wider, und mit lautem Wiehern trat das Tier ins Freie. Konrad, der sich noch immer nicht von dem Anblick losgerissen hatte, merkte das Pferd auf sich zukommen. Mechanisch und ohne hinzusehen hob er die Arme und griff mit beiden Händen in die dichte Mähne des immer weiterschreitenden Pferdes.

»Vorwärts!« rief da die Rabensteinerin und führte einen derben Schlag auf den Schenkel des Fuchses, daß dieser einen schnellen Gang anschlug.

Konrad hielt sich an dem krausen Mähnenhaar fest, die Augen nicht von der Gestalt auf dem galoppierenden Schimmel abwendend. Er mußte laufen, um mit dem sich rasch vorwärts bewegenden Gaule gleichen Schritt zu halten, bis der Gang zu schnell wurde. Da, ein gewaltiger Ruck und Schwung, – und er saß auf dem Rücken des Tieres. Im nächsten Augenblick trabte der Hengst zu dem hintern Hoftor hinaus.

Die Rabensteinerin aber eilte, so schnell ihre Füße sie tragen wollten, die Treppe des Hauses hinauf auf den Dachboden. Und dann stand das Weib an der Dachluke, hielt die schwielige Hand, um das Auge vor den Sonnenstrahlen zu schützen, an die Stirn und schaute hinaus auf die Wiesen.

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