Da erhob die Greisin ihre Stimme und sprach in gedämpftem Tone:

»Wie befindet Ihr Euch, mein Sohn; kann ich Euch mit etwas helfen?«

Der Kranke heftete die Augen auf die Sprechende und antwortete mit Anstrengung:

»Ich danke Euch, Frau, mir kann niemand helfen, mit mir gehts zum Ende.«

Und wieder kreisten rastlos die Augen.

Die Freihoferin sah vor sich nieder, drückte die Hände fest ineinander und dachte daran, ob der Kranke daheim auch eine Mutter habe.

Da wandte sich dieser plötzlich wieder zu ihr und und sagte mit abgerissenen Worten:

»Hört mich an, vielleicht hat Euch der Himmel zu mir gesandt, daß Ihr mir eine fürchterliche Last von der Brust nehmen sollt. Sagt, gibt es eine Sünde in der Welt, die nicht verziehen werden kann?«

Die Freihoferin neigte das Haupt und antwortete:

»Gott ist allgütig, er lässet keinen Reuigen von sich gehen!«